DIY PVR-Receiver: Docker DVB-S/C Server
Das Fernsehen hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt. Mit dem Aufkommen von Streaming-Diensten tritt der klassische TV-Empfang zunehmend in den Hintergrund. Dennoch wollte ich auf das bewährte Fernsehen nicht verzichten, war aber gezwungen meine zentrale Fernsehlösung zu überdenken, da meine Dreambox den Dienst verweigerte.
Zentraler TV-Tuner / (PVR)-Server über WLAN für alle Fernseher.
Lange Zeit hatte ich als Ergänzung für meinen TV einen PVR:Festplattenreceiver, konkret eine Dreambox DM7020HD mit 2 DVB-C-Tunern im Einsatz. Ursprünglich für das automatische Aufnehmen bestimmter Sendungen, damit ich die Werbung überspringen kann, später um rein über WLAN ohne Netzwerk oder Koax-Kabel mit einem FireTV-Stick live fernsehen zu können und die aufgenommenen Sendungen als Stream zu konsumieren: zentral rein über LAN / WLAN für alle Fernseher im Haus. Leider hat die Dreambox nach mehr als 10 Jahren den Geist aufgegeben. Bei der Suche nach einem Ersatz ist mir bewusst geworden, dass neue Geräte mit einem ähnlichen Funktionsumfang wie die Dreambox Mangelware sind. Scheint so als wäre der Markt für Festplattenreceiver in den letzten 10 Jahren dank diverser Streaming-Dienste massiv geschrumpft. Nicht gewillt für eine 7 Jahre alte Hardware mehrere Hundert Euro zu zahlen oder ein Abo für einen IP-Streaming-Dienst abzuschließen, kam mir die Idee meinen bestehenden Mini-Server, einen Beelink 5560U, einfach mit entsprechenden DVB-Tunern auszustatten:

Beelink SER5 5560U Mini PC mit Windows 1...
Vorhandener Docker Mini-Server ersetzt PVR-Festplatten-Receiver
Nicht nur die Receiver, auch die verfügbare Software ist meist schon etwas länger auf dem Markt. Tvheadend bringt einen enormen Funktionsumfang mit, die Weboberfläche wirkt dafür nicht an jeder Stelle taufrisch. Im Alltag stört mich das wenig: Nach der Einrichtung greifen die Fernseher ohnehin über Clients wie Kodi auf den Server zu. Interessant sind für mich vor allem zentrale Aufnahmen, Timeshift, Netzwerkstreaming und das direkte Transcodieren. Tvheadend kann außerdem mit Conditional-Access-Backends wie OSCAM zusammenspielen. Die technische Kopplung zeige ich weiter unten bewusst generisch: ohne Anbieterbezug und ohne kartenspezifische Schlüssel- oder Freischaltparameter.
Software: TVHeadend - Versionen: "latest" nicht immer ausreichend getestet?
Zwar wird TVHeadend noch aktiv weiterentwickelt, mittlerweile aber lediglich als sogenanntes Rolling Release. Jede Änderung fließt in GitHub direkt in "latest" ein, was zur Folge hat, dass bestimmte Änderungen eventuell weniger getestet werden? Zumindest hatte ich mehrfach das Problem, dass nach einem Containerupdate essenzielle Funktionen, wie das Transkodieren von Aufnahmen nur teilweise oder nicht mehr funktionierte, der Ton nicht mehr synchron war oder das Bild einfach dunkel blieb. Einige der Updateprobleme waren dabei einer Änderung an der Konfiguration geschuldet, was durch einen erneuten Aufbau der Einstellungen behoben werden konnte. Aus diesem Grund verwende ich hier nicht "latest" für die in dem Artikel verwendeten Docker-Container, sondern eine Version, die ich bereits länger ohne Problem im Einsatz habe. Sollte ich diese ändern, werde ich neue Versionen nach erfolgreichem Test in diesem Artikel einfliesen lassen.
Hardware USB problematisch? Tuner: DVB-C (USB)
Für den DVB-C TV-Empfang hatte ich folgenden USB-Stick im Einsatz:
Wer bereits ein Docker-Setup am Laufen hat, muss sich um die Abhängigkeiten zu anderen Softwarepaketen keine Gedanken machen. Der PVR-Dienst und dessen Container können einfach im Terminal mit "docker run" gestartet werden: Docker Basics
Ein Container ist eine vom Betriebssystem (OS) unabhängige isolierte Umgebung:
Beim ersten Start eines Containers, lädt Docker selbstständig alle notwendigen Quellen
aus dem Internet.
Docker kann unter Windows, macOS oder einer Linux-Distribution installiert werden,
siehe auch: Docker
docker run -d \
--name=tvheadend \
-e PUID=1000 \
-e PGID=1000 \
-e TZ=Europe/Berlin \
-e RUN_OPTS= `#optional` \
-p 9981:9981 \
-p 9982:9982 \
-v /path/to/tvheadend/data:/config \
-v /path/to/recordings:/recordings \
--device /dev/dri:/dev/dri `#optional GPU-Passthrough` \
--device /dev/dvb:/dev/dvb `#optional USB DVB-Adapter` \
--restart unless-stopped \
linuxserver/tvheadend:version-26a14aa3
Der DVB-C USB Stick (Tuner) wird mit --device in den Container gemappt.
Nach dem Start, kann Tvheadend im Browser über die IP-Adresse des Docker-Servers und Port 9981 aufgerufen werden:
Beim Einrichten hatte ich das Problem, dass keine Kanäle gefunden wurden. Erst nachdem ich am Host-Betriebssystem das Paket "linux-firmware-haupauge" hinzugefügt habe, hat auch der Sendersuchlauf funktioniert, daher an dieser Stelle die verwendeten Befehle für das Host-Betriebssystem, in meinem Fall Ubuntu:
sudo add-apt-repository ppa:b-rad/kernel+mediatree+hauppauge
sudo apt-get install linux-firmware-hauppauge
Aufgrund der positiven Erfahrung mit dem Haupauge DVB-C Adapter, wollte ich für ein DVB-S-Setup den Hauppauge WinTV Nova S2 USB-Stick einsetzen. Als Hardware-Version hatte ich Rev. BBH9 bekommen, welche laut der Herstellerseite - Stand Oktober 2025 - nicht unterstützt wird: unterstützt werden nur die Versionen: Rev B6H9, oder älter.
Nicht unterstützt: WinTV-NOVA-S2: BBH9:

Mit den folgenden Befehlen konnte ich den USB-Stick dann dennoch aktivieren:
cd /lib/firmware/
sudo wget https://hauppauge.s3.us-east-1.amazonaws.com/linux/dvb-demod-m88ds3103c.fw
sudo apt install linux-mediatree

Für bestimmte Kanäle konnte ich den Stick dann auch verwenden, leider aber nicht für alle: bestimmte Muxes wurden nicht gefunden und bei Verwendung eines vorhandenen Mux eines anderen TV-Adapters, konnte der WinTV-NOVA-S2 bei mir dennoch bestimmte Kanäle einfach nicht tunen.
Hier als Vergleich: Mit Network Astra192e hat wurden nach einem "Force Scan" 1336 Services gefunden, mit dem Haupauge-Tuner (Astra192e-Haupauge) funktionieren nur 670 Services.
USB DVB-Adapter erfordern einen Treiber im Host-Betriebssystem, was die Einrichtung erschweren oder mitunter unmöglich machen kann. Die Unterstützung der Hardware und Treiber bei zukünftigen Betriebssystemupdates ist zudem auch nicht garantiert.
Tuner: DVB-S USB vs. SAT>IP
Gestartet mit DVB-C, habe ich mein Setup mittlerweile auch mit DVB-S getestet. Als Hardware kann eine SAT-Schüssel und für TVHeadend einen SAT>IP-Server verwendet werden. SAT>IP ist in Hinblick auf die notwendigen Treiber völlig unproblematisch, da die Treiber intern im SAT>IP-Server geladen werden: Für TVHeadend wird lediglich eine Netzwerkverbindung zum SAT>IP-Server benötigt.

DUR-line 4 Teilnehmer Set - Qualitäts-Al...

TELESTAR DIGIBIT Twin SATIP Router fü...
Der Digibit Twin SAT>IP-Server ermöglicht einen sehr stabilen Betrieb und eine einfachere Installation, da der Server in der Nähe der SAT-Schüssel platziert und von dort mit einem Netzwerkkabel mit dem TVHeadend-Server verbunden werden kann. Einziger kleiner Nachteil: der Digibit Twin hatte bei mir gemessene 3 Watt Standby Verbrauch, auch wenn kein Tuner aktiv ist, obwohl in den Technischen Daten < 0,3 Watt angegeben ist. Mit einem aktiven Tuner liegt der Verbrauch bei ca. 6 Watt und mit 2 Tunern bei ca.7,5 Watt.
Inbetriebnahme SAT>IP Digibit Twin
Nach dem Anschließen ans Netzwerk, holt sich der Digibit Twin eine IP-Adresse vom DHCP. Eingegeben im Browser meldet sich der SAT>IP-Server mit einem Passwort-Dialog:
Das Standard-Passwort des TELESTAR Digibit Twin ist "admin".
Nach dem Anmelden gibt es genau 3 Menüpunkte: Status, Network und System:
Die Einstellungen beschränken sich also auf die IP-Adresse, das Ändern des Passworts für den Zugriff und der Möglichkeit neue Firmwareversionen einzuspielen.
Der Digibit Twin hat sich in TVHeadend erst gemeldet (Konfiguration / DVB Inputs / TV Adapters), nachdem ich in Docker den Pfad zur description.xml des SAT>IP-Servers unter RUN_OPTS angegeben habe:
docker run -d \
--name=tvheadend \
-e PUID=1000 \
-e PGID=1000 \
-e TZ=Europe/Berlin \
-e RUN_OPTS= --satip_xml http://192.168.1.144:38400/description.xml
--network host \
-v /path/to/tvheadend/data:/config \
-v /path/to/recordings:/recordings \
--restart unless-stopped \
linuxserver/tvheadend:version-26a14aa3
Für den Einsatz mehrerer SAT>IP-Server können hier auch mehrere SAT-IP Adressen hintereinander angegeben werden. Zudem musste ich den Network-Mode auf "host" ändern, damit die Kommunikation zu der für SAT>IP notwendigen Port-Range ohne Einschränkung funktioniert.
Smartcard-Reader mit OSCAM an Tvheadend anbinden
Die folgende Konfiguration zeigt die technische Kopplung eines Smartcard-Readers mit OSCAM und Tvheadend. Verwende sie nur mit Karten und Diensten, für deren Nutzung du berechtigt bist. Anbieter- oder kartenspezifische Schlüssel, Boxkeys, RSA-Keys und Freischaltparameter sind absichtlich nicht Bestandteil des Beispiels.
Hardware: USB-Smartcard-Reader
Ein Reader wie die EasyMouse kann am Linux-Host beispielsweise als /dev/ttyUSB0 erscheinen. Welcher Device-Pfad tatsächlich verwendet wird, lässt sich unter anderem mit ls -l /dev/ttyUSB* oder dmesg prüfen. Spannung, Betriebsart und Takt am Kartenleser müssen zur konkret eingesetzten Smartcard passen; diese Werte sollte man nicht von einer fremden Karte übernehmen.
Hardware-Beispiel:

EasyMouse Smartmouse 2 USB Premium Progr...
Docker Compose: Tvheadend und OSCAM
Der Reader wird nur in den OSCAM-Container durchgereicht. Tvheadend kommuniziert anschließend über den CAPMT/DVBAPI-Port mit OSCAM. Das Beispiel bleibt absichtlich unabhängig von einem bestimmten Programmanbieter:
services:
tvheadend:
image: linuxserver/tvheadend:version-26a14aa3
container_name: tvheadend
environment:
- PUID=1000
- PGID=1000
- TZ=Europe/Berlin
- RUN_OPTS= --satip_xml http://192.168.1.144:38400/description.xml # optional für SAT>IP
volumes:
- ./data:/config
- /mnt/store/daten/recordings:/recordings
- ./TVHadmin-JS:/usr/share/tvheadend/src/webui/static/TVHadmin-JS
network_mode: host
devices:
- /dev/dri:/dev/dri # optional GPU
- /dev/dvb:/dev/dvb # optional USB-DVB
restart: always
oscam:
image: lscr.io/linuxserver/oscam:latest
container_name: oscam
group_add:
- dialout
environment:
- PUID=1000
- PGID=1000
- TZ=Europe/Berlin
volumes:
- ./oscam:/config
ports:
- 8888:8888 # WebUI - nur im vertrauenswürdigen Netz freigeben
- 6666:6666 # DVBAPI/CAPMT
devices:
- /dev/ttyUSB0:/dev/ttyUSB0
restart: unless-stopped
Falls der Reader am Host einen anderen Namen bekommt, muss der Device-Pfad entsprechend angepasst werden. Bei mehreren USB-Seriell-Geräten ist ein stabiler Pfad unter /dev/serial/by-id/ meist robuster als ein fest angenommenes /dev/ttyUSB0.
OSCAM: Grundkonfiguration
Die folgenden Dateien enthalten nur die generische Verbindung zwischen Reader, OSCAM und Tvheadend. Die Werte für eine konkrete Karte müssen aus der eigenen, dafür vorgesehenen Dokumentation stammen.
oscam.conf:
[global]
logfile = stdout
[dvbapi]
enabled = 1
au = 1
pmt_mode = 1
request_mode = 1
listen_port = 6666
user = tvh
boxtype = pc
[webif]
httpport = 8888
httpuser = admin
httppwd = [SICHERES PASSWORT]
httpallowed = 127.0.0.1,10.0.0.0-10.255.255.255,172.16.0.0-172.31.255.255,192.168.0.0-192.168.255.255
oscam.user:
[account]
user = tvh
au = 1
group = 1
oscam.server:
[reader]
label = smartcard
protocol = mouse
device = /dev/ttyUSB0
caid = [CAID DER EIGENEN BERECHTIGTEN KARTE]
detect = cd
group = 1
emmcache = 1,3,2,0
Je nach Karte kann der Reader weitere Parameter benötigen. Anbieter- oder kartenspezifische kryptografische Werte veröffentliche ich hier nicht; sie sind für das Verständnis der Docker-, Reader- und Tvheadend-Anbindung auch nicht notwendig.
OSCAM in Tvheadend eintragen
In Tvheadend wird zunächst ein ausreichend hohes View-Level benötigt, damit die CA-Einstellungen sichtbar sind:
Unter den CA-Einstellungen kann anschließend ein CAPMT-Client für OSCAM angelegt werden. Bei der oben gezeigten Compose-Variante läuft Tvheadend im Host-Netz und OSCAM veröffentlicht Port 6666 am Host; entsprechend kann die Verbindung auf den Host und Port 6666 zeigen. Die Weboberfläche von OSCAM auf Port 8888 sollte nicht ungeschützt aus dem Internet erreichbar sein.
ORF2: PID-Wechsel zwischen nationalem und regionalem Programm
Bei ORF 2 gibt es einen speziellen Tvheadend-Fehler beim Wechsel zwischen nationalem und regionalem Programm. Das offene GitHub-Issue #1973 beschreibt ein eingefrorenes beziehungsweise anschließend dunkles Bild, obwohl der Service weiterbesteht. Technisch interessant ist dabei die Stream-Rekonfiguration: Video-, Audio- und Teletext-Komponenten beziehungsweise deren PIDs können sich während des laufenden Services ändern.
Für die Fehlersuche sind die PMT-, PID- und Streamwechsel entscheidend. Die ORF2-Dokumentation in diesem Artikel benötigt deshalb keine Smartcard-, OSCAM-, Schlüssel- oder sonstigen anbieterspezifischen Entschlüsselungsparameter.
Stand 2. Oktober 2026: Der kombinierte Pull Request #2206 ist offen, nicht im Draft-Status und nicht gemergt. Er bündelt die für diesen ORF2-Fehler relevanten Änderungen aus #2204 und #2205. Auch Issue #1973 ist weiterhin offen. Damit ist der Patch ein Test- und Reviewstand, aber noch kein Bestandteil von master.
Frühere Watchdog-, Prioritäts- und Neustart-Ansätze konnten den Fehler nur von außen abfangen. Die eigentliche Ursachenanalyse, die reproduzierbaren Tests und der daraus entstandene Patch sind in der Sub-Story Ein Jahr ORF2-Ärger: Mit KI-Hilfe zum eigenen Tvheadend-Patch dokumentiert.
Beim Status lohnt sich die saubere Trennung zwischen lokal getestetem Patch, offenem Pull Request, Merge nach master und einer später ausgelieferten Version. Für den hier beschriebenen Fehler ist derzeit #2206 der relevante offene Pull Request.
Hier ein paar Screenshots meiner Einstellungen in TVheadend für DVB-C
Zunächst habe ich unter Konfiguration / DVB-Inputs / Netzwerk ein Netzwerk angelegt:
Das Netzwerk kann dann den angeschlossenen TV-Adaptern, in meinem Fall den beiden Adaptern des Hauppauge WinTV-dualHD TV-Stick zugewiesen und nach Kanälen gesucht werden:
Die TV-Kanäle sollten nach einiger Zeit unter "Services" auftauchen.
Kanalsuche DVB-S: TV Adapter, Netzwerk
Voraussetzung für den Betrieb ist natürlich, dass sich die TV-Adapter in TVHeadend melden:
Für den Sendersuchlauf wird ein Netzwerk benötigt, hier für Astra 19.2E:
Das Netzwerk muss dann noch mindestens einem TV-Adapter zugewiesen werden:
Force Scan startet die Suche nach Muxes und fügt die gefundenen Sender als Services hinzu:
Direktes transkodieren nach H.265 (HEVC)
Wer einen halbwegs performanten Mini-PC einsetzt, kann die Aufnahmen on the fly als H.264 oder noch besser mit H.265 transkodieren, wodurch diese sehr wenig Speicher benötigen und dennoch eine sehr gute Qualität aufweisen. Für HD-Qualität wird der Stream mit H.265 von etwa 10 kB/s auf 2,5 kB/s reduziert. Dabei erreicht die CPU meines Mini-PCs pro Stream eine Auslastung von etwa 25%, beim Einsatz von bis zu 3 Tunern: kein Problem.
Als Container habe ich "MPEG-TS/av-lib" verwendet, da ansonsten das Wechseln zu einem anderen Zeitpunkt (Skip) nur sehr verzögert funktioniert. "Hardware acceleration" habe ich deaktiviert, da ich festgestellt habe, dass die Aufnahmen dadurch eine besser Qualität aufweisen. Der Ursache bin ich bis jetzt noch nicht auf den Grund gegangen.
Da der Mini-PC 32GB-Ram besitzt, habe ich die Timeshift auf "Nur RAM" geändert, um die SSD-Festplatte zu schonen.
Aufnahmeprofil: meine Anpassungen
Im Aufnahmeprofil kann das vorab angelegte Streamprofil verwendet werden:
Die Einstellungen "Benutze EPG Laufend Status" führt bei bestimmten Kanälen dazu, dass die Aufnahmen abgeschnitten werden. Die Einstellung kann pro Kanal deaktiviert werden, wodurch der "Vor-Aufnahme-Polster" und "Nach-Aufnahme-Polster" des Aufnahme-Profils verwendet wird:
Für bestimmte "Auto-Aufnahmen" habe ich dann jeweils die Dublettenbehandlung und DVR Datei Speicherzeit angepasst:
Falsche Tonspur: z.B. akustische Bildbeschreibung
Nach dem Umstieg von DVB-C auf DVB-S hat sich bei bestimmten Fernsehsendern eine andere Tonspur als Standard eingeschlichen: Bestimmte Sendungen waren dadurch per Default auf Original Englisch, oder mit einer akustischen Bildbeschreibung versehen. Das Verhalten kann einfach mit einem "Stream Filter" angepasst werden:
Mit IGNORE können bestimmte Audio-Streams ignoriert werden. Mit Action: "EMPTY" kann der Audiostream dennoch verwendet werden, wenn kein anderer Stream verfügbar ist. Folgendes Beispiel:
Sprache German (ger) soll verwendet werden: USE, "mis" soll nicht verwendet werden: IGNORE.
Der letzte Filter: EMPTY ist ein Fallback, falls aufgrund der ersten beiden Filter kein Audio Stream vorhanden sein sollte: z.B. ein Stream der nicht "ger" ist. ("mis" wäre im Fallback dann auch möglich: Der Filter für "mis" müsste demnach nicht sein ..)
Älteste Aufnahmen zuerst löschen
TV-Headend stoppt die Aufnahmen, wenn die Limits im Aufnahmeprofil überschritten wurden: "Verwalte freien Speicher in MiB" und "Verwalte genutzten Speicher in MiB".
Damit die ältesten Aufnahmen gelöscht werden und um neue aufnehmen zu können, habe ich am Host-Betriebssystem ein kleines Bash-Script am Laufen:
#!/bin/bash
RECORDINGS_DIR="/mnt/store/daten/recordings"
STORE_MOUNT="/mnt/store"
MIN_FREE_GB=60
MAX_USED_GB=300
get_free_gb() {
df -BG --output=avail "$STORE_MOUNT" | tail -1 | tr -dc '0-9'
}
get_used_gb() {
du -sBG "$RECORDINGS_DIR" | awk '{print $1}' | tr -dc '0-9'
}
while true; do
free_gb=$(get_free_gb)
used_gb=$(get_used_gb)
if [[ $free_gb -ge $MIN_FREE_GB && $used_gb -le $MAX_USED_GB ]]; then
break
fi
# Find the oldest file (null-terminated)
oldest_file=$(find "$RECORDINGS_DIR" -type f -printf '%T@ %p\0' | sort -z -n | head -zn 1 | cut -z -d' ' -f2-)
if [[ -z "$oldest_file" ]]; then
echo "No more files to delete."
break
fi
# Remove the file safely
printf 'Deleting %s to free up space...\n' "$oldest_file"
rm -f -- "$oldest_file"
done
Das Script überwacht den Aufnahmeordner, in meinem Fall: /mnt/store/daten/recordings und den freien Speicherplatz von /mnt/store und löschte alte Aufnahmen, wenn weniger als 60GB frei ist, oder die Aufnahmen mehr als 200GB in Anspruch nehmen.
Über einen Eintrag in Cron (sudo crontab -e) werden die Aufnahmen täglich bereinigt:
3 3 * * * sudo /scripts/cleanup-recordings.sh > /dev/null 2>&1
Zugriff von Unterwegs über das Internet: Sicher und ohne VPN
Um bestimmte Sendungen von unterwegs programmieren zu können oder Sendungen live auf das Smartphone zu streamen, habe ich den Standardbenutzer in Tvheadend mit einem Benutzernamen und Passwort versehen. Ein zusätzlicher DNS-Eintrag im Internet und das bestehende Port-Forwarding inklusive Reverse-Proxy ermöglicht mir den Zugriff über das Internet, ganz ohne VPN, siehe: sichere https Verbindung: Traefik Reverse Proxy + Let´s Encrypt
Hier meine verwendete Docker-Compose-Konfig:
/conf/tvheadend.yml -Datei Remote-Zugriff
http:
routers:
tvh:
entrypoints: "websecure"
service: "tvh@file"
rule: "Host(`tv.domain.tld`)"
tls:
certresolver: "myresolver"
services:
tvh:
loadbalancer:
servers:
- url: "http://192.168.1.5:9981"
Einbinden über:
version: "3.3"
services:
traefik:
image: "traefik"
container_name: "traefik"
command:
...
- "--providers.file.directory=/etc/traefik/conf"
...
volumes:
...
- "./conf:/etc/traefik/conf"
Client-Zugriff: Fernseher und mobile Geräte
Für den Zugriff im lokalen Netzwerk nutze ich in den Fernsehern jeweils einen FireTV-Stick. Zudem gibt es Kodi auch als Android-App, wodurch das Handy oder Tablet zum Fernseher wird. Die Android-App stürzt bei mir beim Starten immer wieder mal ab. Wenn die App nicht mehr startet, hilft das Löschen des Cache in den App-Settings. Alternativ kann auch VLC verwendet werden: In VLC Stream: http://tvheadendip/playlist/channels.m3u?profile=pass (Voraussetzung ist das Erlauben von Basic Authentication in TVHeadend)
Über das Internet greife ich derzeit über die Weboberfläche von Tvheadend zu. Da die Weboberfläche nicht für mobile Geräte optimiert ist, habe ich von TVHadmin-JS einen Fork auf Github erstellt und diesen meinen Bedürfnissen angepasst: https://github.com/LiBe-net/TVH-Mobile.
neue WebUI
Zudem entsteht eben eine modernere WebUI 
(https://github.com/tvheadend/tvheadend/commit/f23e5f80db79a1ba7614eac8205f8c93a6479cd5 Stand Juli 2026)
Alternative Receiver Hardware für SAT?
Anstelle des hier beschriebenen Server-Setups mit Tvheadend kann auch ein klassischer Receiver eingesetzt werden. Als Beispiel bietet der Octagon SF8008 einen Dual-SAT-Tuner und kann je nach Firmware weitere Netzwerkfunktionen bereitstellen. Ein eingebauter Kartenleser sagt dabei nur etwas über die Hardware aus; welche Karten und Dienste damit vorgesehen sind, hängt vom jeweiligen Empfangssystem ab.

Octagon SF8008 UHD 4K Supreme Twin Sat R...
Preis: 139,90 €
zum Stand: 15.09.2026 09:39 Details
Fazit
Der Umstieg von einem klassischen PVR-Festplatten-Receiver auf ein Mini-Server Setup mit Docker und DVB-Tunern hat sich als praktikable Lösung erwiesen. Ein Mini-PC wir der Beelink 5560U und Tvheadend unter Docker bietet eine solide Grundlage für TV-Empfang und Streaming für mehrere TV-Geräte: ganz ohne Koax-Kabel: rein über Ethernet oder WLAN. Das Setup ermöglicht das direkte Transkodieren der Aufnahmen nach H265 und den Zugriff über das Internet.
Ein Jahr ORF2-Ärger: Mit KI-Hilfe zum eigenen Tvheadend-Patch
Bei einem Test mit ORF 2 sah es zunächst unspektakulär aus: Der Stream lief, dann kamen die Regionalnachrichten – und irgendwann war das Bild weg. Nicht kurz weg, nicht mit einem kleinen Ruckler, sondern so weg, dass Tvheadend den Kanal nach dem Wechsel praktisch nicht mehr zurückbekam. Besonders zuverlässig ließ sich der Rückweg vom regionalen zum nationalen Programm reproduzieren: Bild eingefroren, Stop und Play ohne Wirkung, Umschalten ebenso. Im Test... ... weiterlesen
- Zentraler TV-Tuner / (PVR)-Server über WLAN für alle Fernseher.
- Vorhandener Docker Mini-Server ersetzt PVR-Festplatten-Receiver
- Software: TVHeadend - Versionen: "latest" nicht immer ausreichend getestet?
- Hardware USB problematisch? Tuner: DVB-C (USB)
- Tuner: DVB-S USB vs. SAT>IP
- Smartcard-Reader mit OSCAM an Tvheadend anbinden
- ORF2: PID-Wechsel zwischen nationalem und regionalem Programm
- Hier ein paar Screenshots meiner Einstellungen in TVheadend für DVB-C
- Kanalsuche DVB-S: TV Adapter, Netzwerk
- Direktes transkodieren nach H.265 (HEVC)
- Aufnahmeprofil: meine Anpassungen
- Falsche Tonspur: z.B. akustische Bildbeschreibung
- Älteste Aufnahmen zuerst löschen
- Zugriff von Unterwegs über das Internet: Sicher und ohne VPN
- Client-Zugriff: Fernseher und mobile Geräte
- neue WebUI
- Alternative Receiver Hardware für SAT?
- Fazit
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