WordPress in Docker inkl. HTTPS Let's Encrypt-Setup

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Die zurzeit wohl am weitesten verbreitete Blogging-Software WordPress kann unter anderem einfach und kostengünstig in Docker-Containern betrieben werden. Als Server bietet sich dafür ein virtueller Server oder Cloud-Server eines bekannten Hosting-Providers an, siehe auch: Providerwechsel HostEurope vs Hetzner, vServer vs Cloud-Server. Wer den Betrieb eines eigenen Webservers nicht scheut, kann mit dem hier vorgestellten Setup darauf eine oder mehrere WordPress-Seiten inklusive kostenlosem https-Zertifikat betreiben. Die Kosten eines virtuellen Servers starten ab 4 € pro Monat, was für den Betrieb einer einzelnen Website bereits relativ günstig ist.

Profil:

Software WordPress
Hersteller https://wordpress.org
aktuelle Version 6.1.1
(gefunden: 16.11.2022)

Docker Basics

Docker ermöglicht es, Services oder Applikationen per Befehl in einem sogenannten Container zu starten.
Ein Container ist eine vom Betriebssystem (OS) unabhängige isolierte Umgebung:
Beim ersten Start eines Containers, lädt Docker selbstständig alle notwendigen Quellen
aus dem Internet.
Docker kann unter Windows, macOS oder einer Linux-Distribution installiert werden,
siehe auch: Docker

Damit WordPress sicher vom Internet erreicht werden kann, setze ich einen Let's Encrypt Reverse-Proxy ein. Zuerst habe ich Nginx als Reverse-Proxy verwendet, diesen aber später mit Traefik ersetzt. Der Reverse-Proxy stellt eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung zur Verfügung und ermöglicht es mehrere Websites auf einem Server zu betreiben.

Schritt fĂĽr Schritt WordPress mit Docker inkl. Zugriff vom Internet

Hardwareanforderung:
  1. Für die Docker-Installation kann eine nahezu beliebige Hardware verwendet werden: Zum Beispiel ein virtueller Server eines Providers, oder für zu Hause: ein PC, Notebook, Raspberry PI, MAC, eine NAS: QNAP, Synology oder eine beliebige andere Hardware auf der sich Windows oder Linux installieren lässt.
Voraussetzungen fĂĽr den Internetzugriff:
  1. Bei einem gemieteten Server eines Providers vergibt dieser eine IP-Adresse. Wer einen Server im eigenen Heimnetzwerk betreiben will, benötigt ein Port-Forwarding.
  2. Der Aufruf aus dem Internet erfolgt am besten über eine Domain mit einem DNS-Eintrag auf die öffentliche IP-Adresse, siehe Domain und dessen Verwaltung.
  3. Für die Zertifikatsverwaltung und den sicheren Zugriff auf die Webservices verwende ich einen Reverse Proxy und Let's Encrypt-Zertifikate. 
Das eigentliche Docker Setup für WordPress:
  1. docker-compose.yml anlegen und anpassen
  2. Container starten und 
  3. Einrichten

WordPress Docker Compose

Um WordPress mittels docker compose zu starten, kann das offizielle Docker WordPress-Image und als Datenbank MySQL verwendet werden. Beide Images können mit einer simplen docker-compose.yml Datei heruntergeladen, erstellt und gestartet werden. Die Datei kann mit einem beliebigen Texteditor wie folgt befüllt und dann angepasst werden:

Dateiname: docker-compose.yml, Inhalt:

[+]
version: '3.1'
services:
  wordpress:
    image: wordpress
    restart: always
    expose:
      - 80
   #FĂĽr einen direkten Test-Zugriff, in den folgenden 2 Zeilen "#" entfernen. Aufruf: http://localhost:83 oder http://ServerIP:83
    #ports:   
      #- "83:80" 
    environment:
      WORDPRESS_DB_HOST: wordpress_db
      WORDPRESS_DB_USER: exampleuser
      WORDPRESS_DB_PASSWORD: examplepass
      WORDPRESS_DB_NAME: exampledb

   #Labels fĂĽr ReverseProxy, siehe: https://www.libe.net/traefik
    labels:
      - "traefik.enable=true"
      - "traefik.http.routers.wordpress.rule=Host(`wp.domain.tld`)"      
      - "traefik.http.routers.wordpress.entrypoints=web"
      - "traefik.http.routers.wordpress.entrypoints=websecure"
      - "traefik.http.routers.wordpress.tls.certresolver=myresolver"
      - "traefik.http.services.wordpress.loadbalancer.server.port=80"
    volumes:
      - wordpress:/var/www/html

  wordpress_db:
    image: mysql:5.7
    restart: always
    environment:
      MYSQL_DATABASE: exampledb
      MYSQL_USER: exampleuser
      MYSQL_PASSWORD: examplepass
      MYSQL_RANDOM_ROOT_PASSWORD: '1'
    volumes:
      - wordpress-db:/var/lib/mysql

volumes:
  wordpress:
  wordpress-db:

#Ohne dem Einsatz eines Reverse Proxy (https://www.libe.net/traefik) fehlt voraussichtlich das Netzwerk webproxy 
#und die folgenden Zeilen können entfernt oder auskommentiert werden. Alternativ kann das Netzwerk mit "docker network create webproxy" erstellt werden
networks:
  default:
    external:
      name: webproxy

Für einen direkten Zugriff über die IP-Adresse oder localhost - auch ohne Reverse Proxy, DNS oder öffentlicher IP - kann die auskommentierte Port-Einstellung für Testzwecke aktiviert werden, indem „#“ vor „ports“ und „-"83:80"“ entfernt wird.

Für den Internetzugriff über den Traefik Reverse Proxy, muss in den Labels die Domäne mit den zuvor erstellten DNS-Einträgen ersetzt werden (im Beispiel: wp.domain.tld). Das Beispiel verwendet Docker Volumes und keine Bind-Mounts für das permanente Speichern der Daten. Siehe: Docker Daten speichern: Docker Volumes vs. Host-Ordner

Container starten

Der Start erfolgt aus dem Ordner der docker-compose.yml-Datei mit dem Befehl„"docker-compose up“:

docker-compose up -d

Inbetriebnahme / erster Aufruf der Weboberfläche

Beim Aufruf der angegebenen Domain (https://wp.domain.tld) meldet sich das WordPress-Setup. Beim Testbetrieb auf dem eigenen Rechner und dem Aktivieren von Port 83 kann der Aufruf zudem direkt ohne Internet ĂĽber die URLs http://localhost:83 oder http://ServerIP:83 erfolgen.

https://wp.domain.tld/wp-admin/ :

Docker-Logs anzeigen

Sollte an dem Setup etwas nicht funktionieren, lohnt sich ev. ein Blick in die Logdateien des Web-Containers:

docker logs wordpress_wordpress_1 -f

Docker Admin-Oberfläche

Für ein einfaches Verwalten der Docker Container über eine Weboberfläche, siehe auch: Docker Admin-Oberfläche: Portainer Community Edition

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Aktualisiert: 16.11.2022 von Bernhard đź””


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