Docker Mailserver selbst betreiben | ein Erfahrungsbericht

Mithilfe eines geeigneten Docker-Images ist es relativ einfach einen Mailserver selbst zu betreiben. Ursprünglich habe ich den integrierten Mailserver des Host Europe vServers (Plesk) verwendet und bin bei der Suche nach einem Ersatz auf einen sehr einfachen Docker-Container gestoßen. Der schlanke Container liefert einen Mailserver ohne grafische Verwaltungsoberfläche, kann aber mit wenigen einfachen Befehlen verwaltet werden. Für das Senden und Empfangen der Mails kann ein beliebiger E-Mail-Client verwendet werden, dazu wird POP3 oder IMAP für das Empfangen und SMTP für das Versenden angeboten. Ob die Mails des eigenen Servers empfangen und zugestellt werden können, hängt neben dem Setup, von den richtigen DNS-Einstellungen ab. 

SoftwareDocker-mailserver
GitHubhttps://github.com/docker-mailserver/docker-mailserver
aktuelle Version 12.1.0
gefunden12.05.2023
 

Docker Basics

Docker ermöglicht es, Services oder Applikationen per Befehl in einem sogenannten Container zu starten.
Ein Container ist eine vom Betriebssystem (OS) unabhängige isolierte Umgebung:
Beim ersten Start eines Containers, lädt Docker selbstständig alle notwendigen Quellen
aus dem Internet.
Docker kann unter Windows, macOS oder einer Linux-Distribution installiert werden,
siehe auch: Docker

Voraussetzung

Vorab habe ich Docker installiert, siehe: topic/docker und für die SSL-Zertifikate einen Reverse-Proxy im Einsatz: Traefik-Reverse-Proxy.

Mailserver Inbetriebnahme

Als Mailserver habe ich das folgende Docker-Image verwendet: "ghcr.io/docker-mailserver/docker-mailserver:latest".

Für den Start sind 3 Dateien erforderlich: 

  • docker-compose.yml
  • .env (Die Variablen der .env-Datei könnten auch direkt in der docker-compose.yml-Datei ersetzt werden)
  • .mailserver.env (Variablen für die Mailserversettings)

Die docker-compose-Datei habe ich wie folgt angelegt:

services:
  mailserver:
    image: docker.io/mailserver/docker-mailserver:latest
    hostname: ${HOSTNAME}
    domainname: ${DOMAINNAME}
    container_name: ${CONTAINER_NAME}
    env_file: mailserver.env
    ports:
      - "25:25"
      - "143:143"
      - "587:587"
      - "993:993"
      - "4190:4190"
    volumes:
      - ./docker-data/dms/maildata:/var/mail
      - ./docker-data/dms/mailstate:/var/mail-state
      - ./docker-data/dms/maillogs:/var/log/mail
      - ./docker-data/dms/config/:/tmp/docker-mailserver/
      - ./docker-data/dms/cron/sa-learn:/etc/cron.d/sa-learn
      - /etc/localtime:/etc/localtime:ro
    restart: always
    cap_add: [ "NET_ADMIN", "SYS_PTRACE" ]

Zudem verwende ich für die Variablen in der docker-compose.yml-Datei eine eigene Datei:  .env, diese enthält die Werte für den Host-, Domain- und Container-Namen:

HOSTNAME=mailserver.domain.tld
DOMAINNAME=domain.tld
CONTAINER_NAME=mailserver

Und zuletzt wird für das Setup noch die Datei mailserver.env benötigt, diese kann über das Git-Repository heruntergeladen werden:

wget -O mailserver2.env https://raw.githubusercontent.com/docker-mailserver/docker-mailserver/master/mailserver.env

Damit wäre der Server grundsätzlich einsatzbereit und könnte bereits gestartet werden. Könnte, denn für zusätzliche Einstellungen sollte auch noch kurz die zuletzt heruntergeladene Datei mailserver.env durchgesehen werden und darin benötigte Features aktiviert oder deaktiviert werden. Die Datei ist relativ gut kommentiert und dadurch weitestgehend selbsterklärend. Damit das Zustellen und Empfangen der Mails klappt, müssen zudem entsprechende DNS-Einträge erstellt werden.

Der Start des Containers erfolgt dann mit dem Befehl „docker-compose up“.

root@l2:~/mailserver# docker compose up -d
...
Status: Downloaded newer image for mailserver/docker-mailserver:latest
Creating mailserver ... done
Attaching to mailserver

mailserver.env

Folgende Einstellungen habe ich in der mailserver.env – Datei angepasst:

OVERRIDE_HOSTNAME=domain.tld
POSTMASTER_ADDRESS=postmaster@domain.tld
ENABLE_FAIL2BAN=1
ENABLE_MANAGESIEVE=1
SSL_TYPE=letsencrypt
REPORT_RECIPIENT=1
ENABLE_SPAMASSASSIN=1
SRS_SENDER_CLASSES=envelope_sender,header_sender
ONE_DIR=1
POSTFIX_MESSAGE_SIZE_LIMIT=300000000

Für SSL_TYPE=letsencrypt, siehe: ssl

Für ENABLE_MANAGESIEVE=1, siehe: SIEVE

Zu ENABLE_SPAMASSASSIN, siehe SpamAssassin

Per Standardeinstellung ist die Größe der Mails auf 10 MB limitiert, durch das Setzen der Variablen „POSTFIX_MESSAGE_SIZE_LIMIT“ kann das Limit erhöht werden.

Administration

Neue E-Mail-Adressen oder Weiterleitungen können mithilfe des Setup-Skripts erstellt werden. Seit Version 10.2 befindet sich das Skript im Docker-Container, entsprechend erfolgt der Aufruf über „docker exec“. Die Hilfe kann wie folgt angezeigt werden:

docker exec mailserver setup help

„mailserver“ steht in dem Befehl für den Namen des Docker-Containers, hier die angezeigte Hilfe für Version 11.2

[+]
root@ubuntu:/var/mailserver#docker exec mailserver setup help
SETUP(1)

NAME
    setup - 'docker-mailserver' Administration & Configuration script

SYNOPSIS
    ./setup [ OPTIONS... ] COMMAND [ help | ARGUMENTS... ]

    COMMAND := { email | alias | quota | dovecot-master | config | relay | debug } SUBCOMMAND

DESCRIPTION
    This is the main administration script that you use for all your interactions with
    'docker-mailserver'. Setup, configuration and much more is done with this script.

    Please note that this script executes most of its commands inside the container itself.
    If it cannot find a running 'docker-mailserver' container, it will attempt to run one using
    any available tags which include 'label=org.opencontainers.image.title="docker-mailserver"'
    and then run the necessary commands. If the tag for the container is not found, this script
    will pull the ':latest' tag of 'docker.io/mailserver/docker-mailserver'.
    This tag refers to the latest release, see the tagging convention in the README under:
    https://github.com/docker-mailserver/docker-mailserver/blob/master/README.md

    You will be able to see detailed information about the script you're invoking and their
    arguments by appending 'help' after your command. Currently, this does not work with all scripts.

[SUB]COMMANDS
    COMMAND email :=
        /usr/local/bin/setup email add <EMAIL ADDRESS> [<PASSWORD>]
        /usr/local/bin/setup email update <EMAIL ADDRESS> [<PASSWORD>]
        /usr/local/bin/setup email del [ OPTIONS... ] <EMAIL ADDRESS> [ <EMAIL ADDRESS>... ]
        /usr/local/bin/setup email restrict <add|del|list> <send|receive> [<EMAIL ADDRESS>]
        /usr/local/bin/setup email list

    COMMAND alias :=
        /usr/local/bin/setup alias add <EMAIL ADDRESS> <RECIPIENT>
        /usr/local/bin/setup alias del <EMAIL ADDRESS> <RECIPIENT>
        /usr/local/bin/setup alias list

    COMMAND quota :=
        /usr/local/bin/setup quota set <EMAIL ADDRESS> [<QUOTA>]
        /usr/local/bin/setup quota del <EMAIL ADDRESS>

    COMMAND dovecot-master :=
        /usr/local/bin/setup dovecot-master add <USERNAME> [<PASSWORD>]
        /usr/local/bin/setup dovecot-master update <USERNAME> [<PASSWORD>]
        /usr/local/bin/setup dovecot-master del [ OPTIONS... ] <USERNAME> [ <USERNAME>... ]
        /usr/local/bin/setup dovecot-master list

    COMMAND config :=
        /usr/local/bin/setup config dkim [ ARGUMENTS... ]

    COMMAND relay :=
        /usr/local/bin/setup relay add-auth <DOMAIN> <USERNAME> [<PASSWORD>]
        /usr/local/bin/setup relay add-domain <DOMAIN> <HOST> [<PORT>]
        /usr/local/bin/setup relay exclude-domain <DOMAIN>

    COMMAND fail2ban :=
        /usr/local/bin/setup fail2ban
        /usr/local/bin/setup fail2ban ban <IP>
        /usr/local/bin/setup fail2ban unban <IP>

    COMMAND debug :=
        /usr/local/bin/setup debug fetchmail
        /usr/local/bin/setup debug login <COMMANDS>
        /usr/local/bin/setup debug show-mail-logs

EXAMPLES
    ./setup.sh email add test@example.com
        Add the email account test@example.com. You will be prompted
        to input a password afterwards since no password was supplied.

    ./setup.sh config dkim keysize 2048 domain 'example.com,not-example.com'
        Creates keys of length 2048 but in an LDAP setup where domains are not known to
        Postfix by default, so you need to provide them yourself in a comma-separated list.

    ./setup.sh config dkim help
        This will provide you with a detailed explanation on how to use the
        config dkim command, showing what arguments can be passed and what they do.

Mail-Adressen anlegen

docker exec mailserver setup email add email@domain password

Nach dem ersten Anlegen einer E-Mail-Adresse für eine neue Domain, kann der DKIM-Key für den DNS-Eintrag erstellt werden, siehe DKIM.

Alias anlegen (Weiterleitung)

docker exec mailserver setup alias add email@domain.tld weiterleitung@mail-adresse.ok

DKIM

Nachdem die ersten Mail-Adressen oder Weiterleitungen am System angelegt wurden, können mit folgendem Befehl DKIM Keys erzeugt werden:

docker exec mailserver setup config dkim

Die Keys werden für alle Domänen für die eine E-Mail-Adresse oder Weiterleitung angelegt wurde in folgendem Ordner abgelegt: config/opendkim/keys/domain.tld/mail.txt und sollten für den DNS-Eintrag verwendet werden:

DNS-Einträge

Für den Betrieb eines Mailservers sollte neben dem A- und MX-Record der DKIM-Key, ein SPF-Eintrag und eine DMARC-Policy im DNS erstellt werden. Der Domänenname: domain.tld  steht in folgenden Beispielen repräsentativ für die eigene Domäne. Die folgenden Einträge müssen in die DNS-Zone für domain.tld hinzugefügt werden:

A-Record

Type Name Value
A mail.domain.tld IP-Adresse des Webservers

Als Servername sollte, in der Reverse-Lookup-Zone zudem mail.domain.tld hinterlegt werden, damit die IP-Adresse des Webservers auch auf mail.domain.tld auflöst. Bei einem vServer oder Cloud-Server eines Providers kann der Servername in der Admin-Oberfläche des Providers festgelegt werden.

MX

Type Name Value Priorität
MX mail.domain.tld IP-Adresse des Webservers  

Der MX-Record ist für das Zustellen der Mails zuständig. Alle Mails die @domain.tld als Domäne haben, werden an diesen Server zugestellt. Bei mehreren Mailservern wird der Server mit der niedrigsten Priorität verwendet.

Der zuvor erstellte DKIM Key:

Type Name Value
TXT mail._domainkey.domain.tld v=DKIM1; h=sha256; k=rsa; p=Inhalt-von-config/opendkim/keys/domain.tld/mail.txt ....  bei mir ohne "

DKIM (DomainKeys Identified Mail) ist eine Signatur, die den Mails hinzugefügt wird, um das Fälschen des Absenders zu erschweren. DKIM wird für das Versenden von Mails verwendet. Sollte der Provider nur 512 Zeichen für dessen DNS-Einträge unterstützen, kann mit folgendem Aufruf ein kürzerer Key erzeugt werden: "docker exec mailserver setup config dkim keysize 2048". Damit die Keys neu ausgestellt werden, müssen die alten Keys im Ordner ..config/opendkim/keys/domain.tld vorher gelöscht und der Mailserver neugestartet werden.

SPF-Eintrag

Type Name Value
TXT @ „v=spf1 ip4:IP-Adresse-des-Webservers -all"

Um die ip4-Einstellung einer anderen Domäne zu verwenden, kann der SPF-Eintrag wie folgt umgeleitet werden. Wichtig ist dabei, dass der Parameter -all nicht verwendet wird: 

Type Name Value
TXT @ „v=spf1 redirect=server.domain.tld"

Auch der SPF-Eintrag (Sender Policy Framework) ist eine Maßnahme um das Fälschen von E-Mail-Adressen zu erschweren. Der SPF-Eintrag gibt vor welche Server für das Senden der Emails berechtigt sind, in dem Beispiel die IP-Adresse unseres Mailservers.

DMARC

Type Name Value
TXT _dmarc.domain.tld „v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:report@domain.tld"

DMARC baut auf SPF und DKIM auf und gibt vor, wie der Server an dem eine Mail geschickt wird, das Email authentifizieren soll.

DNS überprüfen

Am einfachsten können die DNS-Einträge auf der Seite mxtoolbox.com getestet werden: mxtoolbox.com/MXLookup.aspx

Als Beispiel für die Domain: domain.tld

MX Lookup

Der MX-Lookup auf der Seite mxtoolbox sollte ca. so aussehen:

Pref Hostname IP Address TTL  
10 mail.domain.tld ???.???.???.??? 24 hrs Blacklist Check      SMTP Test
  Test Result
DMARC Record Published DMARC Record found
DMARC Policy Not Enabled DMARC Quarantine/Reject policy enabled
DNS Record Published DNS Record found

SMTP Test

Hier ein SMTP-Test auf mxtoolbox:

smtp:IP-AdresseMailserver

220 mail.domain.tld ESMTP

  Test Result
SMTP Reverse DNS Mismatch OK - ???.???.???.??? resolves to domain.tld
SMTP Valid Hostname OK - Reverse DNS is a valid Hostname
SMTP Banner Check OK - Reverse DNS matches SMTP Banner
SMTP TLS OK - Supports TLS.
SMTP Connection Time 0.303 seconds - Good on Connection time
SMTP Open Relay OK - Not an open relay.
SMTP Transaction Time 1.006 seconds - Good on Transaction Time

E-Mail an eine Google-Adresse

Als Beispiel kann das E-Mail vom eigenen Webserver auch an ein Google-Konto gesendet werden:

Auch hier taucht unter „Original anzeigen“ dann ein Status zu SPF, DKIM und DMARC auf:

Originalnachricht

Nachrichten-ID <??????.??????.???x.???x@mx.google.com>
Erstellt am: 29. März 2021 um 17:55 (Nach 2 Sekunden zugestellt)
Von: Vorname Nachname <user@domain.tld>
An: „Vorname Nachname (gmailuser@gmail.com)“ <gmailuser@gmail.com>
Betreff: test - dns
SPF: PASS mit IP-Adresse ???.???.???.??? 
DKIM: 'PASS' mit Domain domain.tld
DMARC: 'PASS'

SSL-Zertifikate

Als Setup für SSL-Zertifikate verwende ich Let's Encrypt und einen Reverse Proxy, siehe: Traefik-Reverse-Proxy. Damit die Zertifikatsverwaltung vom Reverse Proxy verwendet werden kann, habe ich das docker-compose.yml-File wie folgt angepasst:

[+]
services:
  mailserver:
    image: docker.io/mailserver/docker-mailserver:latest
    hostname: ${HOSTNAME}
    domainname: ${DOMAINNAME}
    container_name: ${CONTAINER_NAME}
    env_file: mailserver.env
    ports:
      - "25:25"
      - "143:143"
      - "587:587"
      - "993:993"  
      - "4190:4190"
    volumes:
      - ./docker-data/dms/maildata:/var/mail
      - ./docker-data/dms/mailstate:/var/mail-state
      - ./docker-data/dms/maillogs:/var/log/mail
      - ./docker-data/dms/config/:/tmp/docker-mailserver/
      - ./docker-data/dms/cron/sa-learn:/etc/cron.d/sa-learn
      - ../traefik/letsencrypt/acme.json:/etc/letsencrypt/acme.json:ro 
      - /etc/localtime:/etc/localtime:ro
    restart: always
    cap_add: [ "NET_ADMIN", "SYS_PTRACE" ]
  cert-companion:
    image: nginx
    labels:
      - "traefik.enable=true"
      - "traefik.http.routers.mailserver.rule=Host(`${HOSTNAME}`)"   
      - "traefik.http.routers.mailserver.entrypoints=web"
      - "traefik.http.routers.mailserver.entrypoints=websecure"
      - "traefik.http.routers.mailserver.tls.certresolver=myresolver"  
    networks:
      - proxy-tier
    restart: always

networks:
   proxy-tier:
           external: true
           name: webproxy

Der Pfad zum nginx-data-Ordner des Webproxy unter „Volumes“ muss natürlich entsprechend angepasst werden. Zudem habe ich, anders als beim originalen docker-compose-File, die anderen Volumes in das Dateisystem umgeleitet.  Siehe: Docker Daten speichern: Docker Volumes vs. Host-Ordner

SpamAssassin Spamfilter learn

Um der Flut an Spam-Mails Herr zu werden, habe ich SpamAssassin mit dem sa-learn-Befehl trainiert: SpamAssassin kann neben Blacklists und anderen Spamprüfungen von bestehenden Mails aus der Inbox und dem Junk-Ordner lernen. Der Befehl sa-learn untersucht dazu beide Ordner und merkt sich bestimmte Muster von Spam und Nicht-Spam Mails (Ham). Wird also ein Mail falsch erkannt und dann über den Mail-Client in den Spam-Ordner verschoben, kann SpamAssassin daraus lernen und ein ähnliches Mail beim nächsten Mal ev. gleich in den Spam-Ordner geben.

Der sa-learn-Befehl kann wie folgt im Docker-Container gestartet werden:

root@server:~# docker exec mailserver sa-learn --ham /var/mail/*/*/cur* --dbpath /var/mail-state/lib-amavis/.spamassassin
Learned tokens from 0 message(s) (1375 message(s) examined)
root@server:~# docker exec mailserver sa-learn --spam /var/mail/*/*/.Junk --dbpath /var/mail-state/lib-amavis/.spamassassin
Learned tokens from 22 message(s) (705 message(s) examined)

/var/*/*/cur* durchsucht dabei alle Posteingänge und deren Unterordner, /var/mail/*/*/.Junk alle Spam-Ordner aller Mailboxen.

Damit der Lern-Befehl regelmäßig gestartet wird, kann der im Container integrierte Cron-Service verwendet und dazu folgende Datei angelegt werden:

docker-data/dms/cron/sa-learn

0  2 * * * root  sa-learn --ham /var/mail/*/*/cur* --dbpath /var/mail-state/lib-amavis/.spamassassin
0  3 * * * root  sa-learn --spam /var/mail/*/*/.Junk --dbpath /var/mail-state/lib-amavis/.spamassassin

SIEVE - Filterregeln

Mit Hilfe von Sieve-Filtern ist es möglich bestimmte Regeln auf die Inbox anzuwenden, z. B. bestimmte Absender in einen Ordner zu verschieben. Hier ein Beispiel, meiner in NextCloud verwendeten Filterregeln:

[+]
require ["fileinto", "mailbox","envelope","reject"];
if anyof (address :contains "From" [
          "@spamdomain1.tld",
          "@spamdomain2.tld"
    ],
    header :contains "Subject" [
          "Viagra",
          "other SPAM-Keyword",
    ]
    )
{
     fileinto :create "Junk";
}
elsif anyof (address :matches "From" [
     "noreply@domain.tld",
     "newsletter@domain.tld"
    ]
    )
{
     fileinto :create "Newsletter";
}

Damit Sieve über die Filterregeln über den Mail-Client geändert werden können, muss der Port 4190 in docker-compose hinterlegt werden.

FetchMail – Mails von anderen Konten holen

Um regelmäßig E-Mails von einem anderen Konto abzuholen, kann in der Datei mailserver.env „ENABLE_FETCHMAIL“ aktiviert werden:

# –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
# ––– Fetchmail Section –––––––––––––––––––––––––
# –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

ENABLE_FETCHMAIL=1

# The interval to fetch mail in seconds
FETCHMAIL_POLL=300

Der Standardwert für das Abholen ist alle 5 Minuten.

Die Kontodaten für das Abholen können dann in folgender Config-Datei hinterlegt werden: docker-data/dms/config/fetchmail.cf

## Example configuration: IMAP
poll imap.domain.tld with proto IMAP
	user 'ccc@gmx.at' there with
	password 'pwd'
	is 'mailboxOnDockerMailserver@domain.tld'
	here ssl

Debug - Fail2ban

Sollte der Service Fail2ban aktiviert sein, werden fehlgeschlagene Anmeldeversuche bestraft, in dem der Absender für einige Zeit blockiert wird. Die blockierten IP-Adressen können wie folgt angezeigt und wieder freigegeben werden:

docker exec mailserver setup fail2ban
Banned in dovecot: ???.???.???.???
Banned in postfix-sasl: 60.171.17.185, 61.182.227.245, 117.50.65.112, 116.196.112.146, 119.62.142.225, 113.31.104.89
root@ubuntu-4gb-nbg1-2:/var/web/mailserver# ./setup.sh debug fail2ban unban ???.???.???.???
Unbanned IP from dovecot: ???.???.???.???
root@ubuntu:/var/web/mailserver# 

Log-Ausgabe

Wie auch für anderen Docker-Container kann mit „docker logs“ angezeigt werden, was der Container gerade so treibt: 

docker logs -f mailserver

Troubleshooting: DNS-Einträge

Policy Reasons

Mail Delivery Subsystem 

Returned mail: see transcript for details

This message was created automatically by mail delivery software.

Deny to deliver the message you sent to one or more recipients.

Reasons for deny are as follows:



REASONS: Policy Reasons



RECIPIENTS:
???@???.xx

Mögliche Ursache: fehlender SPF-Record

Domain unbekannt

Ein E-Mail an eine unbekannte Domain wird ca. so vom Mail Delivery Subsystem präsentiert:

Mail Delivery Subsystem 

Returned mail: see transcript for details

Undelivered Mail Returned to Sender

This is the mail system at host mail.domain.tld.

I'm sorry to have to inform you that your message could not
be delivered to one or more recipients. It's attached below.

For further assistance, please send mail to postmaster.

If you do so, please include this problem report. You can
delete your own text from the attached returned message.

                   The mail system

<gibts-nicht@ungültige.domain
Zitierter Text
>: Host or domain name not found. Name service error
    for name=ungültige.domain type=AAAA: Host not found

Delivery report

postmaster@???.???.???

Delivery report

Hello, this is the mail server on ???.???.???



I am sending you this message to inform you on the delivery status of a

message you previously sent.  Immediately below you will find a list of

the affected recipients;  also attached is a Delivery Status Notification

(DSN) report in standard format, as well as the headers of the original

message.



  <user@???.???.???

Zitierter Text

>  delivery failed; will not continue trying

Upgrade

Wie für Docker üblich, können neue Versionen mit einem pull geladen werden:

docker-compose pull
docker-compose up -d

Fazit

Zugegeben, die Verwaltung über Befehle im Terminal ist sicher nicht jedermanns Sache. Der Vorteil dieses Setups ist aber, dass sich die Konfiguration und die Daten des kompletten Mailservers dank Docker in einem Ordner befinden und der Server somit ganz einfach auf einen anderen Server kopiert und dort gestartet werden kann, siehe auch: topic/docker

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Aktualisiert: 31.07.2023 von Bernhard | Translation English |🔔 | Kommentare:18

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Fragen / Kommentare


(sortiert nach Bewertung / Datum) [alle Kommentare(neueste zuerst)]

✍Tobi
31.07.2023 13:37
Hi!
Leider funktioniert das mit Traefik nicht richtig, mir ist aber  ehrlich gesagt nicht ganz klar wie bzw. wo ich den Pfad für nginx in der o.g. docker-compose-yml für Traefik ändern soll. Folgende Meldung bekomme ich:

WARN[0000] The "SELINUX_LABEL" variable is not set. Defaulting to a blank string.
network webproxy declared as external, but could not be found
✍Bernhard
gepostet am 31.07.2023 19:31
Hallo Tobi, 
danke für deinen Kommentar: 
SELINUX_LABEL war ursprünglich in der .env Datei gesetzt und leer und wird daher nicht benötigt und sollte in der Docker-Compose-Datei auch entfernt werden. Ich habe diesen Beitrag entsprechend angepasst. Sorry für Irreführung.
Bezüglich des Netzwerks "webproxy": Ich verwende für das Let`s Encrypt Setup ein Netzwerk mit Namen webproxy: Wie in dem entsprechenden Artikel auf dieser Seite erwähnt, kann dieses mit dem Befehl: "docker network create webproxy" angelegt werden.
Ich hoffe, die Antwort bringt dich ein Stück weiter ...

Beitrag erstellt von Bernhard
✍Tobi
gepostet am 04.08.2023 19:23
HI Bernhard,

vielen dank für deine Anwort. Zumindest kann ich jetzt den Container starten, allerdings scheitert es nach wie vor an Treafik bzw. den Zertifikat, im Log bekomme ich diese Meldung:

[  ERROR  ]  Cannot find a valid DOMAIN for '/etc/letsencrypt/live/<DOMAIN>/', tried: '', 'meinedomain.de', 'meinedomain.de'
[  ERROR  ]  _find_letsencrypt_domain | LETSENCRYPT_DOMAIN appears to be misconfigured, please verify.
[  ERROR  ]  Shutting down

Ich habe Treafik nach dieser Anleitung konfiguriert (https://goneuland.de/traefik-v2-3-reverse-proxy-mit-crowdsec-im-stack-einrichten/), mit Nextloud, Bitwarden usw. klappt das alles ohne Probleme. Wäre super wenn du mir da helfen könntest, da ich mit den anderen Lösungen nicht klar komme und eine einfachen Mailserver brauche der nicht aufgebläht ist und Resourcen frisst.
Danke schonmal im voraus!

Lg Tobi

Beitrag erstellt von Tobi
✍Bernhard
gepostet am 05.08.2023 11:03
Auf die Schnelle kann ich nur sehen, dass die beiden Anleitungen etwas voneinander abweichen: goneuland verwendet z.B. "proxy" als Netzwerkname und nicht wie in dem zugehörigen Artikel zu diesem Beitrag: "webproxy" ..., vielleicht versuchst du mal das zugehörige Traefik-Setup zu diesem Artikel: https://www.libe.net/traefik

Beitrag erstellt von Bernhard

✍anonym
22.08.2023 12:08
Hey,
leider habe ich ein ähnlichen Problem Tobi.
Ich erhalte  Cannot find a valid DOMAIN for '/etc/letsencrypt/live/<DOMAIN>/', ...
Ich habe mich ausschließlich an deine Anleitung gehalten.
Hast du eine Idee?
✍Bernhard
gepostet am 22.08.2023 12:26
Stimmt der Pfad zu Traefik und dessen Json-File?       
- ../traefik/letsencrypt/acme.json:/etc/letsencrypt/acme.json:ro 
und existiert die Datei: traefik/letsencrypt/acme.json ? enthält diese die gewünschte Domain?

Beitrag erstellt von Bernhard
✍anonym
gepostet am 22.08.2023 13:17
Die Pfade stimmen, aber die letsencrypt/acme.json is leer.
Wie muss der Inhalt denn aussehen? Das habe ich im Tutorial wohl überlesen

Beitrag erstellt von anonym
✍anonym
gepostet am 22.08.2023 14:03
Wobei, es sieht so aus, als ob es keine Datei, sondern ein Ordner ist? (Also die acme.json)?

Beitrag erstellt von anonym
✍Bernhard
gepostet am 22.08.2023 15:10
Nein, ist eine Textdatei: 
Konnte diese sogar über die Bash des Mailservers auslesen:
root@dockerhost:/var/web/mailserver#docker exec -it mailserver /bin/bash
root@server:/# cat /etc/letsencrypt/acme.json
{
  "myresolver": {
    "Account": {
      ...
      },
      "PrivateKey": ???
...
    "Certificates": [
      {
        "domain": {
          "main": "deineDomain.tld"
        },

Beitrag erstellt von Bernhard
✍anonym
gepostet am 22.08.2023 16:33
Okay, und die wird automatisch angelegt, wenn ich Traefik starte?
Wenn ich den Mailserver starte gibt es eine Datei in /traefik/letsencrypt/acme.json/mail.domain.tld

Aber die ist leider leer

Beitrag erstellt von anonym
✍Bernhard
gepostet am 22.08.2023 16:50
Enthält das docker-compose.yml File für Traefik unter "command:", neben der anderen beschriebenen Zeilen, auch folgende Zeile?
      - "--certificatesresolvers.myresolver.acme.storage=/letsencrypt/acme.json"

Beitrag erstellt von Bernhard
✍Bernhard
gepostet am 22.08.2023 16:58
Bitte den Ordner löschen und eine Datei mit Namen acme.json anlegen ...

Beitrag erstellt von Bernhard
✍anonym
gepostet am 22.08.2023 20:24
Ja genau, die Zeile ist da.
Das Problem ist, dass acme.json irgendwie als Ordner angelegt wird und nicht als Datei.
Und wenn ich dann bspw. den Mailserver starte, wird eine neue Datei angelegt angelegt im besagten Ordner, sprich /letsencrypt/acme.json/mail.Domain.tld

Beitrag erstellt von anonym
✍Bernhard
gepostet am 22.08.2023 20:57, geändert: 22.08.2023 21:04
Ich habe gerade nochmal die Konfig von Traefik kontrolliert: Ich verwende für den Ordner letsencrypt aktuell Bind Mounts und nicht, wie ursprünglich im Beitrag, Volumes.
Die Docker-compose.yaml-Datei für Traefik mountet den Ordner bei mir wie folgt:
...
    volumes:
      - "./letsencrypt:/letsencrypt"
...
Ich habe die Datei auch in dem Beitrag angepasst: https://www.libe.net/traefik

Beitrag erstellt von Bernhard
✍anonym
gepostet am 22.08.2023 14:21
Okay, also mit der Config wird ja automatisch auf die Domain mail.domain.tld ein Zertfikat gepackt, welches ich auch mit https://crt.sh/ sehen kann -> mail.domain.tld hat also ein gültiges Zertifikat.
Das wird genauso im Treafik-Dashboard angezeigt.
Beim Starten des Mailservers erhalte ich jedoch weiterhin:

 [   INF   ]  Welcome to docker-mailserver 12.1.0
mailserver                   | [   INF   ]  Checking configuration
mailserver                   | [   INF   ]  Configuring mail server
mailserver                   | [  ERROR  ]  Cannot find a valid DOMAIN for '/etc/letsencrypt/live/<DOMAIN>/', tried: 'mail.domain', 'domain.de', 'domain.de' (Hab meine DOmain entfernt)
mailserver                   | [  ERROR  ]  _find_letsencrypt_domain | LETSENCRYPT_DOMAIN appears to be misconfigured, please verify.
mailserver                   | [  ERROR  ]  Shutting down
mailserver                   | 2023-08-22 14:13:53,125 WARN received SIGTERM indicating exit request

Beitrag erstellt von anonym
✍Bernhard
gepostet am 22.08.2023 15:13
Ich glaube da passt mit dem Pfad zur acme.json was nicht und vermute, dass die Datei im Mailservercontainer nicht verfügbar ist ...

Beitrag erstellt von Bernhard

✍OldSmurf
13.06.2023 16:59
Die .env liebt nicht mehr auf (https://raw.githubusercontent.com/docker-mailserver/docker-mailserver/master/compose.env) - gibt's eine alternative Quelle?
✍Bernhard
gepostet am 13.06.2023 20:12
danke, ich werde den Beitrag bei Gelegenheit anpassen.

Beitrag erstellt von Bernhard

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