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Datensicherung - Backup Strategie Windows 10 - USB und NAS

was ist bei einem Backup zu beachten - Backup Strategie

Inhalt dieses Artikels:

    Ein Backup ist, genauso wie der Virenscanner, ein notwendiges Übel. Erstmal funktioniert auch alles ohne Backup.

    Um vor einem Datenverlust geschützt zu sein, sollte sich jeder, der seine Daten nicht verlieren will, Gedanken über das Thema Backup (Datensicherung) machen.

    Mit viel Glück können gelöschte Daten wiederhergestellt werden, siehe:  gelöschte Dateien wiederherstellen - Übersicht Freeware. Natürlich ist das keine Lösung, die Lösung ist ein funktionierendes Backup.

    Wovor schützt mich meine Datensicherung?

    Ich speichere beispielsweise alle meine Fotos der Digitalkamera primär auf einem PC, aus Platzgründen lösche ich die Fotos dabei von der Kamera. 

    Bei der Überlegung, was mit meinen Fotos eigentlich passieren könnte, hab ich mir folgende Gedanken gemacht:

    Hardwarefehler?

    Zum Beispiel könnte der PC kaputt gehen. Fürs Erste ist das für die Daten gar nicht so schlimm, solange die Festplatte noch funktioniert.

    Für den Fall, dass die Festplatte im PC kaputt geht, kann mit einem zweiten Medium für die Fotos, am Besten außerhalb des PCs, vorgesorgt werden. Sehr billig und einfach wäre es, die Fotos auch auf der Digitalkamera zu belassen, dafür reicht bei mir aber, wie eingangs bereits erwähnt, der Platz nicht aus.

    Daten gelöscht oder überschrieben?

    Natürlich könnte ich die Fotos unabsichtlich überschreiben oder löschen, ich behaupte jetzt mal: das mach ich nicht. Was aber, wenn ein Virus meine Fotos verschlüsselt oder löscht? Verschiedenste Varianten von Ransomware machen genau das, sie stellen eine neue Bedrohung für die Daten dar. Ransomware sind Schadprogramme, welche die Daten eines PCs verschlüsseln, teilweise inklusive angesteckter USB Festplatten und allen erreichbaren Netzwerkfreigaben, siehe: CryptoWall - HELP_YOUR_FILES - What happend to your files. Da der Computer natürlich mit dem Internet verbunden ist, muss ich mich an dieser Stelle auf den Virenscanner verlassen. Um einen Datenverlust beim Löschen oder Überschreiben von Daten komplett auschließen zu können, benötige ich mehrere Versionen meiner Daten, denn ein Backup von den überschriebenen oder verschlüsselten Daten ist auch nicht wirklich viel wert. Zumindest eine Version sollte zudem nicht im Zugriff sein, also offline aufbewahrt werden.

    Wie wird das Backup in Unternehmen umgesetzt?

    Unternehmen setzen beim Schutz ihrer Daten häufig auf die "3-2-1 Regel":

    3: Von den Daten sollten zumindest 3 Kopien existieren, damit ist das Original gemeint und 2 zusätzliche Backups.

    2: Es sollten 2 verschiedene Technologien verwendet werden, z.B. lokale Disk, NAS, Tape, DVD oder Cloud

    1: Ein Backup der Daten sollte an einem anderen Standort sein.  

    Betrachtet man die neuesten Ransomware-Varianten, würde ich noch eine Empfehlung hinzufügen:

    Zumindest ein Backup sollte offline oder schreibgeschützt sein, damit die Schadsoftware keine Möglichkeit hat, das Backup zu überschreiben. 

    Voraussetzung: Organisation der Daten

    Was ist das primäre Ziel der Daten? Damit meine ich, wo werden die Daten primär abgelegt? Um bei dem Beispiel mit den Fotos zu bleiben, wird das Backup etwas anstrengend, wenn bestimmte Fotos auf einem PC liegen, andere auf einer NAS, bestimmte Fotos am Smartphone und die letzten Fotos der Digitalkamera liegen noch auf dieser. Hier muss ich mir für alle möglichen Varianten eine Strategie überlegen. 

    Einfacher und übersichtlicher wird das Backup, wenn alle Daten auf ein bestimmtes Gerät abgelegt werden: unser primäres Ziel.

    Landen alle Daten auf dem selben Ziel, benötige ich nur eine Backup-Strategie.

    Wahl des Backupspeichers

    Nehmen wir uns die 3-2-1 Regel zum Vorbild, benötigen wir also 2 verschiedene Technologien. Die erste Technologie ist in meinen Fall ein Computer mit einer Festplatte. Abhängig von der Datenmenge, könnte als zweite Technologie eine NAS oder ein Cloudspeicher (Onlinespeicher) zum Einsatz kommen.Eine regelmäßige Sicherung auf DVDs wäre auch denkbar.

    DVD

    Da das Backup auf DVDs nicht so einfach automatisiert werden kann, benötigt diese Variante etwas Disziplin, denn wenn das Backup nicht regelmäßig ausgeführt wird, sind neue Daten nicht geschützt. 

    NAS

    Eine komfortablere Möglichkeit bietet eine NAS. Eine NAS ist eine vom Computer unabhängige Hardware und bietet in der Regel sehr viel Speicherplatz. Für das Backup auf eine NAS, sollte das Backupprogramm möglichst automatisch mehrere Versionen der Daten ablegen können. Zusätzlich sollte eine NAS zumindest in einem anderen Raum aufgestellt werden. (anderer Standort)

    Sollte die NAS über eine Snapshot-Funktion verfügen, könnte diese auf NAS Seite verschiedenste Versionen ablegen. Snapshots sind Momentaufnahmen der Daten. Beim Einsatz von Snapshots müsste die Backupsoftware nur die aktuellen Daten ablegen, die NAS kümmert sich um die verschiedenen Versionen. Da der Zugriff auf ältere Daten-Versionen nur über die NAS-Verwaltung möglich ist, kann eine Schadsoftware nicht direkt darauf zugreifen, daher haben Snapshots ähnliche Vorteile wie ein Offline-Backup.

    Cloud

    Die Möglichkeit eines komplett anderen Standorts, liefert ein Online-Speicher (Cloud). Ein Cloudspeicher ist meist begrenzt und bietet natürlich den Nachteil, dass sämtliche Daten über die Internetleitung übertragen werden müssen. Gerade bei normalen Internetanschlüssen, ist der Upload meist wesentlich langsamer als der Download. Selbst wenn genügend Speicherplatz sowie ein unbegrenzter Internetzugang zur Verfügung stehen, wird das Backup einige Zeit in Anspruch nehmen. Zudem werden die Daten aus der Hand gegeben, sie befinden sich auf einem fremden Server, das ist derzeit noch nicht jedermanns Sache. Bestimmte Cloud-Backupprogramme bieten dazu die Möglichkeit, die Backupfiles zusätzlich zu verschlüsseln. 

    zusätzlich System Sicherung, Image

    Zusätzlich zu den Daten kann auch eine Systemsicherung erstellt werden, oft auch Bare Metal Recovery genannt.

    Ein Image eines PCs kann diesen komplett wiederherstellen, siehe auch:  Festplatte klonen, How to 

    Auch in Windows 10 kann dazu ein Zeitplan erstellt werden: "Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)"

     

    Falls Dateien außerhalb der gängigen Benutzerordner abgelegt werden, sollten diese zu den Bibliotheken hinzugefügt werden. Die Bibliotheken werden zum Beispiel auch für die Ordnerauswahl der Vorgängerversionen verwendet, siehe: Windows 10 - Backup Tool für mehrere Datei-Versionen 

    Fazit

    Eine mögliche Backupstrategie für zu Hause, ganz ohne Cloud, könnte für einen Windows 10 Rechner folgendermaßen aussehen:

    • Als primäre Sicherung für den Windows 10 Rechner könnte die Funktion Windows "Sichern und Wiederherstellen" oder der integrierte Dateiversionsverlauf verwendet werden, auf eine USB Festplatte oder am besten auf eine NAS in einen anderen Raum, siehe:  Windows 10 - Backup Tool für mehrere Datei-Versionen. Falls möglich sollten zusätzlich regelmässig Snapshots auf der NAS erstellt werden.
    • Zusätzlich könnte auf die NAS, oder noch besser auf eine eigene USB-Festplatte, regelmässig ein Image des kompletten Systems erstellt werden. Um vor einer Ransomware geschützt zu sein ist es wichtig, dass das Backup nach dem Erstellen offline ist. Die USB Festplatte könnte, wenn sie nicht verwendet wird, abgesteckt und an einem anderen Ort aufbewahrt werden. Als Beispiel für eine solche Schadsoftware, siehe: CryptoWall - HELP_YOUR_FILES - What happend to your files . Wie ein Image erstellt werden kann, kann auf folgender Seite nachgelesen werden:  Festplatte klonen, How to. Eine Alternative zur Offline-USB-Festplatte ist, wie bereits erwähnt, eine NAS mit der Unterstützung von Snapshots.
    • Durch das Aktivieren des Cloud-Backups können Handydaten automatisch ins Internet gesichert werden. Damit die Fotos oder Dokumente von einem Android-Smartphone auch auf dem Heim-PC landen und dort mitgesichert werden, könnten diese zusätzlich mittels Syncthing auf den Rechner übertragen werden. Syncthing - private Dropbox

    Sollte Dokumente gelöscht oder überschrieben worden sein, hilft der Dateiversionsverlauf. Bei einem Festplattenausfall oder dem Komplettausfall des PCs, könnte der Computer mit dem Systemimage wiederhergestellt werden. Die beiden Backups wären unabhängig und könnten sich an einem anderen Ort befinden.

     

    Für Linux Benutzer, könnte dieser Artikel von Interesse sein:  ZFS oder BTRFS: Filesystem Deduplizierung und Snapshots 

    letzte Änderung dieses Artikels: 08.05.2017 07:14



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