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Alle Geräte - IP Adressen im Netzwerk anzeigen

schneller Überblick über alle aktiven Geräte im Netzwerk

Inhalt dieses Artikels:

    Wer einen schnellen Überblick über alle aktiven Geräte in einem Netzwerk bekommen will, kann dies mit der Netzwerkerkennung, mit Befehlen in der Eingabeaufforderung oder mit speziellen IP-Scannern.

    Windows Explorer

    Die einfachste Variante um Geräte im Netzwerk anzuzeigen, ist die Windows Explorer Option: "Netzwerkerkennung und Dateifreigabe aktivieren". Windows 10 listet damit Geräte im lokalen Netzwerk auf:

    Die Option kann übrigens in der Systemsteuerung wieder deaktiviert werden: 

    Systemsteuerung\Alle Systemsteuerungselemente\Netzwerk- und Freigabecenter\Erweiterte Freigabeeinstellungen

     

    Die Ausgabe der Netzwerkerkennung ist nicht vollständig, da Windows Rechner mit deaktivierter Netzwerkerkennung für andere nicht sichtbar sind.

    Wer die Netzwerkabfrage selbst in die Hand nehmen will, kann dies mit den folgenden Beispielen:

    in der Eingabeaufforderung

    Die Verbindung zu einem einzelnen Rechner im Netzwerk kann bekanntlich mit dem "ping" Befehl überprüft werden:

    ping ZIELADRESSE, siehe auch:   cmd Befehle Netzwerk (IP) - Beispiele Windows 

    Dabei spielt es keine Rolle, ob sich das Gerät im lokalen LAN oder in einem anderen Subnet befindet, also über das Gateway (Router) erreichbar ist. Moderne Betriebsysteme, wie z.B. Windows 10 blockieren die Antwort auf einen Ping-Befehl: ICMP wird von der Windowsfirewall geblockt. Wer also bestimmte Ports für den Ping-Vorgang verwenden will, kann dies mit dem Command-Line Tool psping, siehe ping auf bestimmten Port. Leider muss die Windowsfirewall dazu für den verwendeten Port geöffnet sein, eine einfache Lösung für das lokale LAN weiter unten auf dieser Seite: auslesen mittels ARP Cache

    das komplette Netz in einer Zeile pingen

    Der Ping-Befehl kann auch mehrfach in einer Schleife ausgeführt werden:

    for /l %i in (1,1,255) DO @ping 192.168.0.%i -n 1 | find "Bytes="

    for /l %i in (1,1,255) bedeutet: beginnend von 1 in 1er Schritte bis 255 

    @ping 192.168.0.%i -n 1 .. ist der eigentliche ping Befehl (das @ unterdrückt die Ausgabe des Befehles) und mittels

    | find "Bytes=" werden nur Zeilen die "Bytes=" enthalten, die also auf den Ping antworten, angezeigt. 

    Scan mit aktivierter Firewall im lokalen LAN

    Schwieriger wird es, wenn auf den Endgeräten die Firewall aktiviert ist. Zum Beispiel antwortet Windows 10 dann nicht mehr auf einen Ping. Rechner die sich im selben IP Netz: z.B. 192.168.0.x (Subnet) befinden, kommunizieren direkt miteinander, benötigen also kein Gateway (Router) dafür. Für die direkte Kommunikation wird auf den Geräten ein "ARP Cache" befüllt, dieser kann mittels arp -a in der Eingabeaufforderung angezeigt werden. Der ARP Cache listet alle IP und MAC Adressen des lokalen Netzes mit denen der Computer eine Verbindung hatte. 

    Da der ARP Cache für jeden Eintrag ein Timeout besitzt, werden nur neue Verbindungen angezeigt. Zusätzlich kann der Cache mit netsh interface ip delete arpcache gelöscht werden. 

    Wird ein Windows 10 Rechner mit aktivierter Firewall angepingt, liefert dieser keine Antwort, der Rechner befindet sich dann aber im ARP Cache:

    Die Idee ist jetzt folgende: Ich versuche alle Rechner anzupingen und schau dann einfach auf den ARP-Cache.

    Die folgende Zeile in der Eingabeaufforderung pingt das komplette Subnet, wartet 10 Sekunden und zeigt den ARP Cache an.

    Folgende Befehlszeile listet auch Rechner des lokalen LAN, bei denen die Firewall eingeschaltet ist

    (for /l %i in (1,1,255) DO start /min ping 192.168.0.%i -n 1) && timeout 10 && arp -a

    Wenn sich der Rechner in einem anderen Subnet befindet, kann die Befehlszeile natürlich entsprechend angepasst werden:

     

    ... in (1,1,255).. ping 192.168.0.%i ....

     

    Legende:

    Start- und Endwert for /l %i in (1,1,255) bedeutet: beginnend von 1 in 1er Schritte bis 255 

    Subnet also alles vor der Variable (1-255)

     

    Etwas Vorsicht ist dabei geboten, da start /min alle 255 Pings gleichzeitig startet: Um das Netzwerk nicht zu überlasten, sollte der Start- und Endwert also nicht all zu groß gewählt werden.

    in VBScript

    Zudem ist es auch möglich die Adressen aus VBScript anzupingen:

    Hier ein einfaches Skript für ein Klasse C, Netzwerk. Das Skript verwendet den oben beschriebenen ping-Befehl.

     

    siehe: Vbscript um mehrere IP Adressen bzw ein Subnet zu pingen

    Tools

    Spezielle Tools liefern noch mehr Möglichkeiten und einen bessern Überblick als die Windows Boardmittel. Abhängig von der Arbeitsweise der Scanner liefern diese aber ähnliche Ergebnisse:

    Advanced IP Scanner 

    Sehr einfacher und schneller IP Scanner. Der Advanced IP Scanner zeigt Namen, IP, Hersteller und MAC-Adresse aller Geräte im lokalen Netzwerk. Bei meinen Tests konnte der Advanced IP Scanner auch Windows 10 Rechner des lokalen Subnet mit aktivierter Firewall erkennen. 

    Der Scanner liefert ähnliche Ergebnisse wie unsere ARP-Abfrage, zusätzlich aber noch den Hostnamen und anhand der MAC-Adresse den Hersteller. Weitere Infos zur MAC-Adresse und zum Hersteller findest du hier:  MAC-Adresse des PCs herausfinden - anzeigen 

     

    Download / Version, siehe: Advanced IP Scanner

    Angry IP Scanner

    Ein auf Java basierter, einfacher IP Scanner:

    Für Hosts, die nicht auf ICMP, also auf einen Ping antworten:

    Für Windows 10 mit aktivierter Firewall kommt allerdings keine Antwort zurück, immerhin wird aber der Hostname angezeigt:

    Zusätzlich können bestimmte Ports für den Scan angegeben werden:

    Windows 10 reagiert aber erst mit deaktivierter Firewall auf den IP-Scanner:

     

    aktuelle Version, siehe: Angry IP Scanner

    Fazit

    Die hier vorgestellten Befehle machen die Installation eines IP Scanners für einen schnellen Überblick überflüssig. Eine einzige Befehlszeile in der Eingabeaufforderung reicht, um alle Rechner im lokalen Netzwerk oder in einem anderen Subnet aufzulisten. Mehr Komfort und eventuell mehr Details liefern dennoch spezielle Programme.

     

    letzte Änderung dieses Artikels: 22.12.2015 19:12



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