LAN & WLAN im Heimnetzwerk: der ultimative Guide

Was ben├Âtige ich, um den WLAN-Empfang zu verbessern und gleichzeitig mehr Netzwerk-Anschl├╝sse zu bekommen? Brauche ich einen Repeater, Mesh-WLAN, Access Point, Switch oder einen Router? Was genau ist eigentlich ein Router? Wie kann ich verschiedene Ger├Ąte von unterschiedlichen Herstellern kombinieren? Hier findest du Antworten auf diese Fragen. Aber alles der Reihe nach: Am Anfang, also gleich nach dem Hausanschluss, war das Modem. Wer ein Video bevorzugt, kann den Inhalt dieses Artikels auch als YouTube-Video aufrufen.

├ťbersicht, WLAN und LAN aufbauen / erweitern

WLAN-Repeater

Erweitert das WLAN einfach und günstig über ein eigenes WLAN um einen Access-Point.

Mesh-WLAN

Mehrere WLAN Repeater eines bestimmten Herstellers mit optionaler Powerline-Verbindung und WLAN-Roaming. 

Access-Point / Router und LAN-Verkabelung

Eine Ethernet (=LAN) Verkabelung liefert die maximale Geschwindigkeit und Stabilit├Ąt vom Access-Point zum Router. WLAN-Roaming kann beim Einsatz von Ger├Ąten eines Herstellers oder mit unterschiedlichen Ger├Ąten und OpenWrt aktiviert werden.

Grundlagen f├╝r ein Heimnetzwerk

Internetleitung <> Modem + Router

Als Internetanschluss k├Ânnen verschiedenste Leitungstechniken zum Einsatz kommen. Angeboten werden, je nach Standort unter anderem: eine Glasfaserleitung (Fibre), ein Koaxkabel (Kabelmodem), ein Telefonkabel (Broadband Modem: ADSL, HDSL, DSL) oder alternativ, der Einsatz eines mobilen Routers (SIM: GSM/LTE/5G), also gar keine Zuleitung.

Das Modem ist f├╝r die Signalumwandlung der Zuleitung verantwortlich und besitzt heute meist auch alle Funktionen eines Routers. Der Router stellt das Internet von einer der erw├Ąhnten Internetvarianten als LAN (lokales Netzwerk), einheitlich ├╝ber eine Netzwerkbuchse, RJ45 und ├╝ber WLAN zur Verf├╝gung.

Abbildung: Internet-Router mit angeschlossenem Netzteil und verbundenem Koaxkabel (Internetleitung), in Gelb die LAN-Buchsen f├╝r den Anschluss eines PCs oder anderen Netzwerkger├Ątes (Smart-TV, ÔÇŽ). F├╝r die WLAN-Verbindung befinden sich der WLAN-Name SSID und der zugeh├Ârige Key, sowie die Anmeldeinformationen f├╝r die Verwaltung, meist auf der Unterseite des Routers oder in der Dokumentation des Anbieters.
RJ-45-Stecker eines LAN-Kabels, je nach Ausf├╝hrung auch als KAT5/ KAT6, KAT7 oder Ethernet-Kabel bezeichnet.

Bei Hausanschl├╝ssen wird der Router h├Ąufig vom Provider zur Verf├╝gung gestellt und kann zwar im Prinzip alles, reicht ohne zus├Ątzliche Ger├Ąte aber dennoch nicht immer aus. Als Beispiel hatte ich mit dem Ger├Ąt des Providers im WLAN-Netzwerk Verbindungsabbr├╝che, zu wenig LAN-Anschl├╝sse und war damit nicht in der Lage alle R├Ąume im Haus abzudecken. Um alle Bereiche der Wohnung auf deren WLAN-Empfang zu testen, kann die Signalst├Ąrke einfach mit einem Smartphone angezeigt werden, siehe:┬áWLAN in der Umgebung: Anzeigen und den besten Wi-Fi Kanal finden.┬á

WLAN bereitstellen: der Access-Point

Jedes WLAN wird ├╝ber einen sogenannten Access Point zur Verf├╝gung gestellt. Als alleinstehendes Ger├Ąt ist ein Access Point (AP) meist ein WLAN-Empf├Ąnger mit einem LAN-Anschluss.┬áMit einem zus├Ątzlichen Access-Point ist es ganz einfach, die Reichweite des WLANs zu erh├Âhen. Am h├Ąufigsten werden Access-Points aber ├╝ber einen Router bereitgestellt. Bei einem WLAN-Router ist der Access Point einer von mehreren Services, wodurch ein Router wiederum auch als reiner Access Point verwendet werden k├Ânnte, mehr dazu sp├Ąter. Zun├Ąchst aber die einfachste Form um einen zus├Ątzlichen Access Point zur Verf├╝gung zu stellen, ohne der Notwendigkeit einer LAN-Verkabelung, der WLAN-Repeater:

einfach, aber nicht perfekt: der WLAN-Repeater

Ein WLAN-Repeater ist ein Access-Point mit einer WLAN-Verbindung auf einen anderen Access-Point. Als Beispiel verbinden sich die Endger├Ąte auf den Repeater, der Repeater leitet alle Anfragen mittels WLAN auf den Internet-Router weiter. Des ├ľfteren verwenden Access-Point eines WLAN-Repeaters einen etwas anderen Namen f├╝r dessen WLAN, z. B. durch das Hinzuf├╝gen eines Suffixes zum urspr├╝nglichen WLAN-Namen: z.B.: myWifi-EXT, statt myWiFi.

Ôôś
Der WLAN-Repeater ist eine einfache L├Âsung um die WLAN-Reichweite zu erh├Âhen, bietet aber meist keinen unterbrechungsfreien Wechsel von einer WLAN-Empfangszone zur anderen und ist abh├Ąngig vom WLAN-Empfang zum Router.

Besser als ein einzelner WLAN-Repeater sind mehrere Access-Points mit derselben WLAN-Kennung (SSID), demselben Key und einer Roaming-Funktion, also ein Mesh-WLAN:

schon besser: mehrere Access-Points im Haus per WLAN verbunden = Mesh-WLAN

Der Begriff Mesh ist nicht ganz eindeutig definiert und deshalb sind Mesh-Ger├Ąte der unterschiedlichen Hersteller untereinander meist nicht kompatibel. Daran ├Ąndert auch die Tatsache nichts, dass es mit 802.11s einen Standard f├╝r Mesh-WLAN gibt. Allgemein werden unter dem Begriff Mesh-WLAN mehrere Access-Points verstanden, die sich zum bestehenden Netzwerk hinzuf├╝gen lassen und dieselbe WLAN-Kennung bekommen. Die Verbindung der Access-Points untereinander findet bei einem Mesh-WLAN auch ├╝ber WLAN statt, was - wie auch bei einem WLAN-Repeater - voraussetzt, dass die Ger├Ąte untereinander einen ordentlichen WLAN-Empfang haben. Speziell von einem Stockwerk zum anderen leidet die Signalst├Ąrke der WLAN-Verbindung und beeinflusst auch die Mesh-Ger├Ąte. Aus diesem Grund verwenden bestimmte Mesh-Ger├Ąte zus├Ątzlich das Stromkabel f├╝r die Daten├╝bertragung (PowerLine), siehe folgende Abbildung:

An dieser Stelle, ein Wort zur Geschwindigkeit: Weder mit WLAN noch mit PowerLine kann die Geschwindigkeit und Leitungsqualit├Ąt eines LAN-Kabels erreicht werden, dennoch sollte der Einsatz derartiger Mesh-Systeme f├╝r die meisten Haushalte vollkommen ausreichen.

Wer auf ein Mesh-WLAN setzt, sollte gleiche Ger├Ąte desselben Herstellers verwenden. Fertige Mesh-Systeme eines Herstellers bieten zudem meist eine einfachere Konfiguration und abgestimmte Hard- und Software.┬áDer Einsatz eines WLAN-Mesh-Systems hat den Vorteil, dass keine Ethernet(=LAN)-Verkabelung ben├Âtigt wird.┬á

Ôôś
Ein WLAN-Mesh-System bietet eine sehr einfache und universelle L├Âsung f├╝r das Erweitern des WLAN-Empfangs, ist aber dennoch von der Verbindungsquallit├Ąt zwischen den einzelnen Mesh-Ger├Ąten abh├Ąngig.

Der Aufbau einer LAN-Verkabelung zwischen den Access-Points ist sicherlich aufwendiger, aber dennoch in puncto Performance und Verf├╝gbarkeit meist wesentlich besser.

noch stabiler und schneller: Das Heimnetzwerk mit Ethernet Kabeln und Wireless Access Points (AP) aufbauen

Für eine stabilere Verbindung und eine bessere Bandbreite zum Internet-Router würde ich auch für ein Heimnetzwerk den Einsatz von Ethernet-Kabel (LAN Kabel) für die Verbindung der Access-Points empfehlen. Beim Einsatz eines Routers als Access Point sollte dem Router eine fixe IP-Adresse vergeben, die DHCP-Funktion deaktiviert und ein Ethernet-Anschluss für die LAN-Verbindung verwendet werden.

Ein Heimnetzwerk mit unterschiedlichen Ger├Ątetypen erstellen

Alternativ zu einem bestimmten Mesh-System k├Ânnen auch unterschiedliche Hersteller und Ger├Ątetypen kombiniert und f├╝r eine stabilere ├ťbertragung ├╝ber LAN-Kabeln verbunden werden. Ich habe die Ger├Ąte dazu in den folgenden Beispielen wie folgt eingeteilt: Router, Access-Point und Router als Access-Point. Zun├Ąchst beschreibe ich die Verkabelung und im Anschluss die notwendigen Einstellungen.┬á

Die WLAN-Einstellungen sollten f├╝r alle Ger├Ąte gleich eingestellt werden, indem ├╝berall dieselbe┬áWLAN-Kennung und Verschl├╝sselung verwendet und nach M├Âglichkeit┬áRoaming┬áaktiviert wird.

WLAN-Kennung immer gleich und Roaming / Access-Point

Nachdem jeder Access-Point sein eigenes WLAN zur Verf├╝gung stellt (eigener Name: WLAN-Kennung, SSID) m├╝ssten sich die Ger├Ąte (PC, TV, Smartphone) bei unterschiedlichen SSIDs mit jedem Access-Point einzeln verbinden, wie im Beispiel des┬áWLAN-Repeaters. Es ist jedoch m├Âglich f├╝r alle Access-Points dieselbe Kennung (SSID) und den┬ágleichen Key in der Verwaltungsoberfl├Ąche┬ázu vergeben. Wird ein Ger├Ąt mit einem WLAN verbunden, speichert es die Verbindungsdaten und verwendet diese auch bei einem gleichnamigen WLAN. Das Ger├Ąt kann also auf das gleichnamige WLAN eines anderen Access-Points mit einem besseren Signal wechseln. Welcher Access-Point f├╝r die Verbindung verwendet wird, liegt also am Endger├Ąt. Wird als Beispiel ein Smartphone vom Empfangsbereich eines Routers zum Empfangsbereich eines anderen getragen, sollte dieses idealerweise ein st├Ąrkeres Signal erkennen und zum Access-Point mit dem besseren Empfang wechseln. Nicht alle Ger├Ąte wechseln sofort auf einen anderen Access-Point, daher kann es - abh├Ąngig vom Ger├Ąt - vorkommen, dass dieses auf einem Access-Point mit einem relativ schlechten Empfang kleben bleibt.┬áAbh├Ąngig von der Ger├Ąte-Firmware, kann zudem ├╝ber 802.11r Fast Transition (Roaming) eine gemeinsame "Mobility Domain" eingestellt werden, damit die Endger├Ąte (Smartphone / Laptop) unterbrechungsfrei von einer Empfangszone zur n├Ąchsten wechseln k├Ânnen.┬áDie Open-Source Firmware OpenWRT erm├Âglicht dein┬áEinsatz einer einheitlichen und aktuellen Firmware f├╝r eine Vielzahl von Ger├Ąten von unterschiedlichen Herstellern, siehe:┬áAlternative Router Firmware: OpenWrt und nicht mehr DD-WRT┬áund┬áOpenWRT-Roaming.

Router als Access-Point: Ein DHCP-Server f├╝r die Endger├Ąte ist genug

Beim Kombinieren mehrerer Router als Access-Point muss auf den DHCP-Service R├╝cksicht genommen werden:

Wird ein PC oder Smartphone mit dem Router verbunden, bekommt das Ger├Ąt vom DHCP-Server des Routers (Dynamic Host Configuration) automatisch eine Netzwerkadresse (IP-Adresse) und kann ohne weitere Einstellungen auf das Internet zugreifen.

Die Adressvergabe, als Gespr├Ąch zwischen dem Router mit aktiven DHCP und einem Endger├Ąt, w├╝rde vereinfacht etwa so aussehen:

Frage eines PCs oder Smartphones in die Runde:┬áIch bin neu hier, kenne mich nicht aus,┬áwei├č┬ánicht in welchem Netz ich bin und ├╝ber welche Adresse ich kommunizieren darf. Kann mir bitte irgendwer eine Adresse geben?

Antwort DHCP-Server:┬áMoment ich muss kurz in meiner Liste nachsehen, ob und welche Adressen noch frei ist. Ja, passt hier bitte sehr, nimm 192.168.1.109 als Adresse, mich und das Internet erreichst du unter 192.168.1.1 und solltest du Fragen haben, welche Dom├Ąnen, welche Adressen im Internet haben, bitte auch an mich, ich leite f├╝r dich alles weiter.

Wer sich die Kommunikation jetzt mit mehreren Ger├Ąten und mehreren DHCP-Servern im selben Netzwerk vorstellt, kann sich sicherlich ausmalen, dass der Einsatz mehrerer DHCP-Server im selben LAN mit gro├čer Wahrscheinlichkeit zu Problemen, wie doppelte oder falsche Adressvergaben f├╝hren kann, siehe auch: DHCP-Bereich anpassen.

Verkabelung

Router als Access-Point anschlie├čen

Anders als bei einem Access-Point, besitzt der Router auch ein Internet-Interface. Um einen Router als Access-Point, also als reinen WLAN-Empf├Ąnger zu verwenden, sollte das Netzwerkkabel in einen der LAN-Ports (Ethernet) gesteckt werden.┬á

Wie bereits erw├Ąhnt, muss beim Einsatz eines Routers als Access-Point der DHCP-Service deaktiviert werden.

LAN-Verkabelung: Variante 1, den Internet-Router erweitern 

Um das bestehende Netzwerk des Internet-Routers zu verwenden, sollte ein Access Point oder ein zus├Ątzlicher Router als Access-Point verwendet werden. Das WLAN des Access Points sollte dabei die gleiche SSID und denselben Key verwenden. Zudem sollte das Netzwerkkabel bei Einsatz eines Routers als AP nicht in den Internet-Port gesteckt werden, sondern in einen der Ger├Ąte-Ports, wodurch die Routingfunktion umgangen wird. Das WLAN, sowie die verbleibenden Ports befinden sich damit im selben Netzwerk wie der Internet-Router.

Im folgenden Beispiel wird der Internet-Router um einen zus├Ątzlichen WLAN-Router erweitert und f├╝r zus├Ątzliche LAN-Ports ein Switch verbunden:

Im einfachsten Fall ist dieser nicht verwaltet (managed) und kann als einfacher Netzwerkverteiler f├╝r LAN-Ports verstanden werden. Ein Unmanaged-Switch besitzt daher keine Verwaltungsoberfl├Ąche.┬á

Alle Ports und WLAN-Zug├Ąnge in der Abbildung befinden sich im selben Netzwerk: Auch der zus├Ątzliche Router verh├Ąlt sich wie ein zus├Ątzlicher Switch, f├╝r die Endger├Ąte spielt es keine Rolle in welchen Port und auf welchem der Ger├Ąte sie eingesteckt werden, auch nicht mit welchem Ger├Ąt das WLAN gerade verbunden ist.┬á

Zu den Einstellungen der Ger├Ąte, siehe: Einstellungen des Internet-Routers und Beispiele Router als Access-Point

Wird der Internet-Router mit Access-Points eines anderen Herstellers oder Systems erweitert, kann die WLAN-Roaming-Funktion mangels Kompatiblit├Ąt voraussichtlich nicht umgesetzt werden. Der Wechsel von einer WLAN-Empfangszone zur anderen ist damit meist mit einer kurzen Unterbrechung verbunden. Zudem bieten die Internet-Provider meist beschr├Ąnkte Funktionen auf deren Internet-Router. Als L├Âsung, k├Ânnte das WLAN des Internet-Routers abgeschaltet und ein zus├Ątzlicher eigener Router verwendet werden. Das Heimnetzwerk startet damit erst am eigenen Router, der Internet-Router wird rein f├╝r die Verbindung ins Internet verwendet:

LAN-Verkabelung: Variante 2, einen zus├Ątzlichen Router verwenden

Alternativ kann das lokale Netzwerk des Internet-Routers um ein zus├Ątzliches lokales Netzwerk mit einem zus├Ątzlichen Router erweitert werden. Das Heimnetzwerk des Internet-Routers dient bei dieser Variante lediglich als Verbindungsnetzwerk f├╝r den zus├Ątzlichen Router, entsprechend sollten am Internet Router keine Ger├Ąte angeschlossen oder ├╝ber WLAN verbunden werden.┬á

Bei Einsatz eines zus├Ątzlichen Routers als Access-Points sollten dieser wieder ├╝ber einen Ger├Ąte-Port verbunden werden:

Wer bei der Variante 2 das WLAN am Internet Router deaktiviert und dessen LAN-Ports nicht verwendet, zwingt alle Ger├Ąte, den eigenen Router zu verwenden. Das Heimnetzwerk kann somit ├╝ber den eigenen Router verwaltet, ausgewertet und ├╝berwacht werden: Firewall-Regeln, Netzwerk├╝berwachung, Auswertung der Bandbreite, etc.┬á

Zu den Einstellungen der Ger├Ąte, siehe:┬áEinstellungen des Internet-Routers, Einstellungen eigener Router┬áund Beispiele Router als Access-Point┬á

LAN-Verkabelung vs. Powerline

Wer sich das Verlegen eines Netzwerkkabels im Haus sparen will, kann auch die Stromleitung anstelle des LAN-Kabels verwenden. Erm├Âglicht wird dies durch den Einsatz sogenannter Powerline-Adapter, welche das Netzwerksignal ├╝ber die Steckdose ├╝bertragen:

Die Geschwindigkeit von Powerline-Adaptern kann mit einem Kabel nicht mithalten und ist in etwa zu vergleichen mit WLAN. Der Vorteil dieser Technik ist allerdings, dass die Powerline-Adapter auch ├╝ber Stockwerke hinweg funktionieren. Welche Datenrate damit erreicht wird, h├Ąngt von der Stromverkabelung ab und kann von Steckdose zu Steckdose variieren. Um die maximale Geschwindigkeit zu erreichen, sollten die Adapter nicht ├╝ber Verteilersteckdosen betrieben werden. Je k├╝rzer der Weg, desto besser. Noch besser w├Ąre es nat├╝rlich Netzwerkkabel anstelle von Powerline zu verwenden.

mein Favorit, der PoE-Switch (Power Over Ethernet)

Beim Einsatz von Netzwerkkabel gibt es zudem die Option den Strom dar├╝ber zu ├╝bertragen. Bestimmte Access-Points ben├Âtigen kein eigenes Netzteil, da sie den Strom vom LAN-Kabel ├╝ber den normalen RJ-45 Stecker beziehen k├Ânnen. Als Voraussetzung f├╝r dieses Setup wird ein PoE-Switch ben├Âtigt, welcher - ausgestattet mit einem entsprechenden Netzteil - den Strom ├╝ber das Netzwerkkabel zur Verf├╝gung stellen kann. M├╝sste ich eine neue Hausverkabelung planen oder umsetzen, w├╝rde ich eine LAN-Verkabelung, einen PoE-Switch und entsprechende Access-Points verwenden.

Hausverkabelung

Idealerweise sollten bei einer Hausverkabelung Netzwerkdosen f├╝r die Verbindung verwendet werden. Zwischen der Dose und den Ger├Ąten kommt dabei ein kurzes LAN-Kabel zum Einsatz. Wer sich ein eigenes Rack in den Keller stellt oder sich einen eigenen Serverraum g├Ânnt, kann die Verkabelung in ein sogenanntes Patchpanel f├╝hren und von dort wiederum ├╝ber kurze LAN-Kabel in den Router oder Switch f├╝hren. Etwas einfacher, aber nicht ganz so sch├Ân ist die Verwendung von RJ-45 Stecker, welche ├╝ber eine Crimpzange auf das Kabel aufgebracht werden k├Ânnen.┬á

 

Als Switch w├╝rde ich, wie bereits erw├Ąhnt, einen PoE-Switch empfehlen und entsprechende PoE-Access-Points, siehe:┬áPoE

Einstellungen

In den folgenden Beispielen werden die Einstellungen der erw├Ąhnten Ger├Ątetypen beschrieben:

Aufruf der Verwaltungsoberfl├Ąche eines Routers┬á

Jeder Router besitzt eine fix konfigurierte IP-Adresse und bei aktiviertem DHCP bekommen angeschlossene Ger├Ąte vom Router eine Adresse aus dem DHCP-Bereich zugewiesen. Wird als Beispiel ein Windows-PC mit einem Netzwerkkabel an den Router angeschlossen, bekommt dieser vom Router eine Adresse, welche ├╝ber den Befehl "ipconfig" in der Eingabeaufforderung ausgelesen werden kann.

C:\Users\LiBe>ipconfig

Windows-IP-Konfiguration

Ethernet-Adapter Ethernet:

   Verbindungsspezifisches DNS-Suffix: 
   IPv4-Adresse  . . . . . . . . . . : 192.168.1.109
   Subnetzmaske  . . . . . . . . . . : 255.255.255.0
   Standardgateway . . . . . . . . . : 192.168.1.1

Die Ausgabe des Befehls verr├Ąt uns die Adresse des Routers. Beim Aufruf der Adresse des Standardgateways (Default-Gateway) im Browser, kann die Verwaltungsoberfl├Ąche des Routers aufgerufen werden.

Dabei wird meist laut der Herstellerdokumentation des Routers ein Standardpasswort f├╝r den Zugriff verwendet. Alternativ befindet sich das Passwort eventuell auch auf der R├╝ckseite des Ger├Ątes oder in den Dokumentationen des Internetanbieters.

Sollte bereits ein Passwort eingestellt sein und dieses verloren gegangen sein, besitzen die Ger├Ąte meist eine Reset-Taste, ├╝ber welche das Ger├Ąt auf Werkseinstellungen zur├╝ckgesetzt werden kann.

N├Ąhere Informationen dazu befinden sich meist in den Dokumentationen des Herstellers.

Verwaltungsoberfl├Ąche eines reinen Access-Point aufrufen

Auch ein Access-Point besitzt - wie alle anderen Ger├Ąte - eine IP-Adresse, meist vom DHCP-Server vergeben.┬áEin Access-Point ist einem Router nicht un├Ąhnlich, dem Access-Point fehlt lediglich der WAN-Anschluss (Internet-Port) und das WAN-Interface in der Verwaltungsoberfl├Ąche. Sollte der Access-Point einen DHCP-Client aktiviert haben, kann die IP-Adresse nach dem Anschluss des Netzwerkkabels unter den DHCP-Leases am Router gefunden werden:

Wird die Adresse im Browser verwendet, verlangt der Access-Point nach dem Benutzernamen und Passwort:

Um herauszufinden, welche Ger├Ąte sich im Netzwerk befinden, k├Ânnen einfache Befehle in Windows-PowerShell helfen, siehe: IP Adressen im Netzwerk finden, auch wenn deren Firewall aktiviert ist.

Router: IP-Adresse einstellen und DHCP aktivieren

Router: fixe IP-Adressen vergeben / DHCP-Bereich anpassen

Kommen mehrere Router zum Einsatz, muss sichergestellt werden, dass die IP-Adressen der Ger├Ąte unterschiedlich sind, ansonsten k├Ânnen die Ger├Ąte sp├Ąter nicht verwaltet werden.

Die IP-Adresse eines Routers mit Werkseinstellungen kann zum Beispiel ├╝ber einen PC erfolgen, indem nur ein PC an einem Ger├Ąte-Port (Ethernet) des Routers angeschlossen und die IP-Adresse ├╝ber dessen Verwaltungsoberfl├Ąche ge├Ąndert wird. Bei dem einen Router mit aktiven DHCP, sollte der DHCP-Bereich angepasst und den Ger├Ąten ohne DHCP-Client eine fixe IP-Adresse au├čerhalb des Bereiches vergeben werden. Je nach Router Firmware schaut die Verwaltungsoberfl├Ąche unterschiedlich aus, hier ein paar Beispiele:

Beispiel: IP-Einstellungen, Router des Internetanbieters (Cisco) -> DHCP aktiviert

Verkabelung, siehe: Variante 1

Hier als Beispiel ein Router mit der IP 192.168.1.1 und aktivierten DHCP-Service

Der DHCP-Bereich f├╝r die Clients startet in dem Beispiel mit 192.168.1.10. F├╝r zus├Ątzliche Access-Points k├Ânnen wir die Adressen 192.168.1.2 - 192.168.1.9 vergeben. Als Gateway sollte f├╝r dieses Beispiel 192.168.1.1 verwendet werden.

Variante 2: IP-Einstellungen, zus├Ątzlicher Router -> DHCP aktiviert

Für Variante 2 sollten unterschiedliche LAN-Bereiche (Subnet) für den Internet-Router und den eigenen Router verwendet werden, z.B. 192.168.0.x für den Internet-Router und 192.168.1.x für den eigenen Router, hier als Beispiel die Einstellungen des Internet-Router (Provider):

Beispiel: Einstellungen Internet-Router:

Damit der zus├Ątzliche Router von Internet-Router eine IP-Adresse auf dessen Internet-Anschluss (WAN-Interface) bekommt, kann das WAN-Interface des zus├Ątzlichen Routers auf "DHCP" gestellt werden:

Beispiel: Einstellungen zus├Ątzlicher Router (Main-Router) mit OpenWrt-Firmware WAN-Interface:

Das LAN-Interface des zus├Ątzlichen Routers sollte dann, wie bereits erw├Ąhnt, ein anderes Subnet verwenden. In dem Beispiel: 192.168.1.x┬á

Damit der zus├Ątzliche Router f├╝r die Clients IP-Adressen vergibt, m├╝ssen wir auf diesem auch DHCP aktivieren:

OpenWrt aktiviert normalerweise den DHCP-Service. Um den DHCP-Service zu deaktivieren m├╝sste "Ingore interface" ausgew├Ąhlt werden.

IP-Einstellungen, Linksys-Firmware, DHCP aktiviert

Hier noch ein Beispiel f├╝r das Aktivieren von DHCP mit einer anderen Router-Firmware:

Die IP-Adresse in folgendem Beispiel ist unter Connectivity / Local Network / Router Details zu finden und kann mit "Edit" angepasst werden. Auch hier wieder ein Beispiel eines Routers mit aktiviertem DHCP:

Beispiele: Router als Access-Point: DHCP deaktiviert

F├╝r alle beschriebene Varianten k├Ânnen zus├Ątzliche Router als WLAN-Zugriffspunkte (Access-Points) wie folgt hinzugef├╝gt werden:

Linksys Router als Access-Point: DHCP deaktiviert

Wie bereits erw├Ąhnt muss beim Einsatz eines Routers als Access-Point der DHCP-Service deaktiviert werden. Als IP-Adresse sollte eine Adresse au├čerhalb des DHCP-Bereichs des Routers mit aktivierten DHCP verwendet werden.

Beispiel eines anderen Linksys-Router mit einer anderen Firmware:

OpenWrt-Router als Access-Point, DHCP deaktiviert:

Alternativ zu einer fixen IP-Adresse kann das Ger├Ąt eventuell am LAN-Interface auch auf DHCP-Client gestellt werden, das Ger├Ąt w├╝rde sich dann eine Adresse aus dem DHCP-Bereich holen:

 

Als Access-Point: DHCP deaktivieren:

Wer OpenWrt als reinen Access Point (Dumb Access Point) verwendet, sollte zudem die Firewall und den DNS-Service deaktivieren:

dd-wrt-Router als Accesspoint, DHCP deaktiviert

WLAN-Einstellungen - Roaming

Beim Einsatz mehrere Access-Points k├Ânnen - f├╝r ein einfaches Roaming - die SSID, die Verschl├╝sselung und der Key auf allen Ger├Ąten gleich eingestellt werden. Die Access-Points sollten nach M├Âglichkeit unterschiedliche WLAN-Kan├Ąle verwenden, also Kan├Ąle die von keinem anderen Access-Point verwendet werden. Die Wahl des Kanals kann dazu entweder auf "auto" gestellt werden, oder der Kanal selbst gew├Ąhlt werden, siehe: WLAN in der Umgebung: Anzeigen und den besten Wi-Fi Kanal finden. Beim Einsatz eines fertigen Mesh-WLAN-Systems eines bestimmten Herstellers werden die Einstellungen automatisch auf alle Ger├Ąte verteilt. Wer kein Mesh-WLAN-System verwendet, kann die Einstellungen auf den Access Points in deren Konfiguration einstellen:

Beispiel WLAN-Settings: OpenWRT

WLAN-Roaming: OpenWRT 802.11r Fast Transition 

Die Option 802.11r Fast Transition erm├Âglicht mobilen Ger├Ąten einen unterbrechungsfreien und schnellen Wechsel von einer WLAN-Empfangszone zur anderen:

Die Access-Points m├╝ssen dazu dieselbe Mobility Domain verwenden. F├╝r eine andere Verschl├╝sselung als WPA2-PSK muss zudem eine f├╝r jeden Access-Point eindeutige NAS ID angegeben werden.

Update, 15.7.2022 Bestimmte Ger├Ąte haben ab und zu keine Verbindung zum Internet, obwohl ausreichend Empfang vorhanden ist: Die Einstellung "FT over the Air" und "Reassociation Deadline" mit dem Wert 20000 hat das Problem gel├Âst.

Weitere Details zu 802.11r und 802.11k, sowie Client- und Band- Steering, siehe: Unterbrechungsfreies WLAN: Roaming (Fast Transition)

WLAN Einstellungen, Beispiel dd-wrt:

dd-wrt unterst├╝tzt kein 802.11r Fast Transition, siehe auch: wiki.dd-wrt.com/wiki/index.php/Wireless_access_point

Video

Der Inhalt dieses Artikels ist auch als YouTube-Video verf├╝gbar:

Fazit und wie ich mein Heimnetzwerk aufgebaut habe

Auch wenn der Internetzugang ├╝ber einen Mobilfunkanbieter heute durchaus eine valide Option ist, liefert eine dedizierte Internetleitung dennoch meist mehr Bandbreite und eine stabilere Verbindung. Durch den Einsatz zus├Ątzlicher Komponenten kann, sowohl die WLAN-Reichweite, als auch die Anzahl der LAN-Ports erh├Âht werden. Dabei kann f├╝r eine einfache Konfiguration ein fertiges Mesh-WLAN-System eines Herstellers verwendet werden, auch wenn dieses meist das WLAN oder die Stromverkabelung f├╝r die Verbindung zwischen den Access-Points verwendet und damit nicht immer die maximal m├Âgliche Bandbreite und Verf├╝gbarkeit liefern kann.┬á

Wer die Verkabelung, Konfiguration und Verwaltung selbst in die Hand nimmt, kann beinahe beliebige Access-Points oder Router und beliebige Verbindungstechniken miteinander kombinieren. Neben WLAN oder einer LAN-Verkabelung kann das Netzwerksignal mittels Powerline f├╝r bestimmte Strecken auch ├╝ber die Stromverkabelung transportiert werden. Die bessere Alternative zu WLAN und Powerline f├╝r die Verbindung der Access-Points untereinander ist meiner Meinung nach aber immer noch ein LAN-Kabel. Beim Einsatz von PoE kann der Strom zudem zus├Ątzlich zum Netzwerksignal ├╝ber das Netzwerkkabel transportiert werden.┬áDamit Ger├Ąte von einer Empfangszone zur anderen wechseln k├Ânnen, sollte zudem ein Augenmerk auf das WLAN-Roaming (802.11r) gelegt werden.┬áDurch den Einsatz von OpenWrt bekommen alte Ger├Ąte meist wesentlich l├Ąnger neue Firmwareversionen, zudem liefert OpenWrt eine einheitliche Firmware f├╝r unterschiedlichste Ger├Ąte, wodurch eine k├╝nftige Erweiterung mit anderen Ger├Ątetypen erm├Âglicht wird, siehe:┬áAlternative Router Firmware: OpenWrt und nicht mehr DD-WRT.

In meinem Heimnetzwerk verwende ich aktuell dennoch kein PoE, da ich ohne PoE wesentlich flexibler bei der Ger├Ąteauswahl bin. Ich habe den Router des Internet-Providers mit einem OpenWrt-Router erweitert (Haupt-Router), wie in┬áVariante 2┬ábeschrieben.┬áDadurch kann ich f├╝r k├╝nftige Erweiterungen eine beliebige Hardware verwenden, auf der sich OpenWrt installieren l├Ąsst, siehe:┬áOpenWrt Hardware Empfehlung - verf├╝gbare Ger├Ąte 2023.┬áF├╝r die Verbindung zwischen den Access-Points habe ich nachtr├Ąglich ein LAN-Kabel, ausgehend von meinem zus├Ątzlichen Router in den ersten Stock und in den Keller gezogen. Das Erdgeschoss wird vom Haupt-Router mit WLAN versorgt, der erste Stock mit einem Access-Point im Vorhaus. Der Access-Point befindet sich in derselben Mobility-Domain wie mein Haupt-Router, was ein nahtloses Wechseln zwischen den Empfangszonen erm├Âglicht.┬áSiehe auch:┬áUnterbrechungsfreies WLAN: Roaming (Fast Transition).

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Aktualisiert: 23.10.2022 von Bernhard | Translation English |­čöö


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