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Raspberry PI als Access-Point

WLAN Hotspot im Eigenbau

Inhalt dieses Artikels:

    Als Erweiterung für mein Heimnetzwerk habe ich den Raspberry PI 3 als WLAN Access-Point getestet. Durch den integrierten WLAN-Chip kann der Minicomputer einfach an einem Ethernetkabel als zusätzlicher WLAN Access-Point verwendet werden.

    Als DHCP verwende ich meinen bestehenden Router. Der Raspberry dient, in einem anderen Stockwerk, angebunden über ein Netzwerkkabel, als zusätzlicher WLAN-Empfänger. 

    Voraussetzung

    • Raspberry PI 3B (mit integriertem WLAN), oder älteres Modell mit zusätzlichem USB-WLAN-Stick
    • min. 4GB MicroSD
    • USB-Ladegerät für die Stromversorgung
    • PC mit SD-Karten-Slot für das Aufspielen des Images

    Installation

    Als Basis habe ich  ein ganz normales Raspbian Image verwendet:

     

    https://www.raspberrypi.org/downloads/

     

    Damit der Raspberry nach dem Aufspielen des Images nicht an einen Bildschirm angeschlossen werden muss, kann durch das Anlegen einer Datei mit Namen "ssh" der Remote-Zugriff aktiviert werden.

    Wird der Raspberry über Ethernet (RJ45) an den bestehenden Router angeschlossen bekommt er von diesem eine DHCP-Adresse. Nachdem die Adresse von der Admin-Oberfläche des Routers notiert wurde, kann der Raspberry einfach über putty konfiguriert werden. Als Benutzer ist "pi" mit dem Kennwort: "raspberry" hinterlegt.

    Natürlich sollte das Passwort beim ersten Zugriff mittels des Befehles "passwd" geändert werden, siehe auch:  Raspberry Pi Inbetriebnahme 

    Konfiguration

    Nachdem wir uns über Putty verbunden haben, sollten zuerst mal alle vorhanden Updates installiert werden:

    sudo apt-get update
    sudo apt-get upgrade

    Für die Konfiguration des Access-Point benötigen wir folgende Pakete:

    Bridge-Utils und hostapd, letzteres liefert die Basis für die Funktion des Access-Point

    sudo apt-get install hostapd bridge-utils

    AccessPoint konfigurieren

    Für die Konfiguration des AccessPoint kann folgende Konfig-Datei angelegt werden:

    sudo nano /etc/hostapd/hostapd.conf

    Nicht wundern, die Datei ist standardmäßig noch nicht vorhanden... Sollte sie dennoch vorhanden sein, kann sie mit folgendem Inhalt komplett überschrieben werden. Die Parameter für wpa_passphrase und ssid sollten natürlich angepasst werden:

    ssid=RaspberryAP
    wpa_passphrase=WLANPASSWORT
    
    driver=nl80211
    country_code=DE
    ieee80211d=1
    hw_mode=g
    beacon_int=100
    channel=9
    ieee80211n=1
    ht_capab=[SHORT-GI-20][DSSS_CCK-40]
    interface=wlan0
    ap_isolate=1
    bss_load_update_period=60
    disassoc_low_ack=1
    preamble=1
    wmm_enabled=1
    ignore_broadcast_ssid=0
    uapsd_advertisement_enabled=1
    auth_algs=1
    wpa=2
    wpa_pairwise=CCMP
    bridge=br0
    wpa_key_mgmt=WPA-PSK
    okc=0
    disable_pmksa_caching=1
    macaddr_acl=0
    

    Als Basis für die Einstellungen habe ich die Konfig-Datei von meinem Open-WRT-Router verwendet (v18.06) und nicht unterstützte Settings entfernt, bis sich der Hotspot starten lies. 

     

    Aus Sicherheitsgründen sollte die Datei nur vom Owner gelesen und geändert werden können. 

    sudo chmod 600 /etc/hostapd/hostapd.conf

    Der Benutzer "pi" kann die Datei nach wie vor bearbeiten.

    Jetzt folgt noch die Konfiguration des Netzwerkes:

    sudo nano /etc/network/interfaces
    # WLAN
    auto wlan0
    allow-hotplug wlan0
    iface wlan0 inet manual
    wireless-power off
    
    # Netzwerkbrücke
    auto br0
    iface br0 inet dhcp
    bridge_ports eth0 wlan0 # build bridge
    bridge_fd 0 # no forwarding delay
    bridge_stp off # disable Spanning Tree Protocol

    Zu guter Letzt richten wir noch einen automatischen Start des AccessPoint ein:

    sudo nano /etc/default/hostapd
    RUN_DAEMON=yes
    DAEMON_CONF="/etc/hostapd/hostapd.conf"

    Troubleshooting

    hostapd kann auch mit folgendem Befehl gestartet werden. Im Terminal werden dabei Informationen zum Start, bzw. zu den verbundenen Geräten angezeigt:

    sudo hostapd -dd /etc/hostapd/hostapd.conf

    gleichzeitig 2 Hotspots

    Zusätzlich wollte ich einen 2ten Adapter, also einen zusätzlichen USB-WLAN-Stick als Hotspot verwenden. In einer einzelnen hostapd-Konfig habe ich das nicht zum Laufen bekommen, daher habe ich einfach eine zweite hostapd.conf Datei erstellt und lasse diese beim Starten des Raspberry mittels crontab  aktivieren:

    sudo crontab -e
    @reboot sudo hostapd -d /etc/hostapd/hostapd2.conf

    5GHz

    Mit einem entsprechenden USB Wlan Stick sollte es auch möglich sein den Hotspot auf 5GHz zu betreiben. Leider konnte ich meinen Edimax EW-7612UAn Adapter nicht dazu bewegen. Die Ausgabe beim Start mittels hostapd -dd war zwar ohne merkliche Fehler, auch der Hotspot war vorhanden, eine Verbindung aber nicht möglich. Eventuell versuche ich das zu einem spätere Zeitpunkt nochmal ...

    Fazit

    Bei einem gemessenen Stromverbrauch von 1-2 Watt und niedrigen Anschaffungskosten bietet der Raspberry eine echte Alternative zu einem richtigen AccessPoint. Der integrierte WLAN-Chip kann zwar keine 5GHz, das 2,4GHz WLAN erreichte bei meinen Tests mit iperf dennoch über 40 Mbit und reicht somit allemal für das flüssige Abspielen von HD-Video-Streams. 

    letzte Änderung dieses Artikels: 26.10.2018 11:07



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